Wirtschaft : Preisrückgang besorgt die Banker Deflationsgefahr wächst

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Frankfurt (Main) (noh/HB). Ein Rückgang der Jahresteuerung in Hessen gibt der Diskussion um die Gefahr einer Deflation in Deutschland neue Nahrung. Erst vor wenigen Tagen hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) vor dieser Gefahr gewarnt. Die Verbraucherpreise gingen in dem Bundesland von April auf Mai um 0,2 Prozent zurück. Die Jahresteuerung fiel auf 0,6 Prozent. Nach Einschätzung der Ökonomen der Investmentbank Morgan Stanley würde eine entsprechende Entwicklung in Gesamtdeutschland einen Rückgang der Jahresinflationsrate von 1,0 auf 0,7 Prozent bewirken.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Wim Duisenberg, bezeichnete die Deflationsgefahr für den Euroraum vor kurzem als sehr gering. Ein Preisrückgang in einem einzelnen Land ist seiner Ansicht nach ungefährlich, solange die Preise im übrigen Euroraum noch steigen. Dem widersprach am Donnerstag der belgische Ökonom Paul de Grauwe; er kandidierte zwei Mal erfolglos für sein Land um einen Sitz im EZBDirektorium. „Die Staaten sind immer noch sehr wichtige Einheiten, mit ihren eigenen sozialen Sicherungssystemen. Diese verhindern Lohnrückgänge. Deshalb veranlassen sinkende Preise die Unternehmen zu verschärften Kostensenkungen, sprich Arbeitsplatzabbau“, sagte er.

Vor allem der steile Anstieg des Euro-Kurses hat nach Meinung vieler Ökonomen die Deflationsgefahr verschärft. Nun mehren sich die Anzeichen, dass der starke Euro auch der EZB Sorgen macht. „Er bereitet wegen unserer großen Abhängigkeit von Exporten Probleme“, sagte am Donnerstag das finnische Mitglied im EZB-Rat, Matti Louekoski. Vor allem die Mitgliedsländer Deutschland, Frankreich und Finnland seien stark betroffen. Am Geldmarkt weisen die Termingeschäfte mit rund 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit darauf hin, dass die Europäische Zentralbank am 5. Juni ihren Leitzins senkt.

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