Preissteigerung : Inflationsrate klettert auf drei Prozent

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr erreicht die Teuerungsrate die Drei-Prozent-Marke. Größter Preistreiber ist erneut die Energie - obwohl die deutschen Haushalte weniger als ein Zehntel ihres Geldes dafür aufwenden.

WiesbadenDer Preisanstieg in Deutschland hat sich im Mai wieder verstärkt, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Die Statistiker bestätigten damit ihre vorläufigen Berechnungen von Ende Mai. Im März hatten sich die Preise im Jahresvergleich sogar um 3,1 Prozent erhöht, im April war sie auf 2,4 Prozent gesunken. Grund für den Anstieg im Mai sind den Wiesbadener Statistikern zufolge erneut vor allem die Energiepreise - obwohl der Anteil der Energie an den Gesamtausgaben der deutschen Haushalte weniger als zehn Prozent beträgt.

Besonders stark gestiegen sind im Mai laut Statistischem Bundesamt die Preise für Diesel und Heizöl. Während Kraftstoffe allgemein 12,3 Prozent mehr kosteten als noch ein Jahr zuvor, mussten Verbraucher für Diesel 26,4 Prozent mehr zahlen. Heizöl kostete sogar 57,4 Prozent mehr als im Mai 2007. Strom kostete 7,4 Prozent und Gas 4,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Ohne Einrechnung der Energiepreise hätte die Inflation bei nur 1,9 Prozent gelegen, errechneten die Wiesbadener Statistiker.

Nudeln kosten fast ein Drittel mehr

Die Preise für Lebensmittel erhöhten sich im Mai 2008 gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,9 Prozent, diejenigen für alkoholfreie Getränke um 5,1 Prozent. Deutlich teurer waren weiterhin Molkereiprodukte und Eier mit einem Plus von 18,9 Prozent sowie Speisefette und -öle mit einem Plus von 14,2 Prozent. Auch die Preise für Brot und Getreideerzeugnisse stiegen deutlich: Sie kosteten im Mai dieses Jahres 8,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Besonders teuer wurden Nudeln, die sich um 27,4 Prozent verteuerten. Obst kostete 8,7 Prozent mehr, Fisch und Fischwaren wurden hingegen nur 1,7 Prozent teurer. Im Vergleich zu April wurden Molkereiprodukte allerdings deutlich günstiger, viele andere Lebensmittel blieben etwa auf dem gleichen Preisniveau.

Verbraucherfreundlich blieb im Jahresvergleich die Preisentwicklung für Computer und ähnliche Geräte, die 15,7 Prozent weniger kosteten als noch vor einem Jahr. Auch Foto- und Filmausrüstungen kosteten mit 11,7 Prozent deutlich weniger. Die Preise für Telefone und Faxgeräte sanken ebenfalls. (rope/AFP)

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