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Preisvergleich : Der Sparkalender

Warum das Handy im September und die Lego-Steine im Juni besonders günstig sind: Mit Sparkalendern können Schnäppchenjäger das ganze Jahr über Geld sparen.

Daniel Mosler
Wer oft Preise vergleicht und den richtigen Moment abwartet, kann viel Geld sparen.
Wer oft Preise vergleicht und den richtigen Moment abwartet, kann viel Geld sparen.Foto: dpa

Schnäppchenjäger laufen in diesen Tagen wieder zu großer Form auf. Zwar gibt es ihn offiziell nicht mehr, doch praktisch lebt der Winterschlussverkauf weiter. An diesem Montag geht’s los, rund 14 Tage purzeln die Preise für Wintermäntel, Fleece-Jacken oder Stiefel.

Doch was viele nicht wissen, auch außerhalb von Winter- und Sommerschlussverkauf kann man sparen. Wenn man zur richtigen Zeit kauft, lassen sich ganzjährig Schnäppchen ergattern. Denn viele Produkte verkaufen sich nur in der jeweiligen Saison so richtig gut. Wer das ausnutzt, kann sich einen eigenen Sparkalender anlegen. Den Handel wird es freuen, die Vorzeichen für 2016 sind gut: Das Konsumklima zog im Januar wieder an – erstmals seit über vier Monaten, ergab eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

Januar

Lange war es mild in diesem Winter, kein Wunder, dass bei vielen Händlern die Lagerhäuser noch gut gefüllt sind mit Winterartikeln. Um Platz für Frühlingsware zu schaffen, setzen die Einzelhändler den Rotstift an, sagt Nicole Berg vom Online-Vergleichsportal guenstiger.de. Mäntel, Jacken, warme Sachen sollte man jetzt kaufen.

Auch Grillmeister kommen auf ihre Kosten: Grillgeräte gibt es zum Anfang des Jahres bis zu 45 Prozent günstiger als im Sommer.

Februar/März

Wer stolzer Besitzer eines Gartens ist, kann im Februar und März gut punkten. Pünktlich zum meteorologischen Frühlingsanfang am 20. März können Verbraucher vom Laubsauger bis zur Gartenliege im Schnitt 15 Prozent sparen.

Wer gern schwimmt und auf einen eigen Pool spart, sollte im Februar zuschlagen: Swimmingpools kosten dann bis zu 55 Prozent weniger, hat guenstiger.de ausgerechnet. Im Schnitt sind die Nachlässe jedoch bescheidener, durchschnittlich liegen sie bei rund zehn Prozent.

April/Mai

Die Osterferien sind vorbei - die Sommerferien stehen erst noch an: Jetzt lohnt sich ein Blick auf Navigationssysteme, Kameras und Camcorder. Denn diese bleiben in der Zeit zwischen den Ferienmonaten oft in den Regalen liegen, sagt Nicole Berg. Im Schnitt lassen sich hier acht Prozent sparen – in Einzelfällen sogar bis zu 47 Prozent. Viel günstiger wird es auch nicht mehr: „Trotz Smartphones sind Camcorder und Navis in den vergangenen Jahren im Preis stabil geblieben“, meint auch die Sparexpertin.

Wer Weihnachten auf Skiern verbringen möchte, sollte sich im Mai die passende Ausrüstung dafür kaufen: Im Schnitt zehn Prozent kann bei Snowboards und Skibekleidung gespart werden.

Juni/Juli

Lange Sommerabende sind für Spiele- und TV-Hersteller keine gute Zeit: „Viele Kunden gehen lieber ins Freibad als zu Hause vor der Glotze zu hocken oder mit der Konsole zu zocken“, sagt Nicole Berg. Ein Trend, der sich schon seit Jahren abzeichnet. Das spürt vor allem der Einzelhandel: Spielekonsolen und Fernseher sind im Juni und Juli beliebte Produkte für Rotstiftaktionen. Ähnliches ist auch bei Kinderspielzeugen zu beobachten: Viele Modelle von Barbie und Lego kosten im Juni nur halb so viel. Bei Haushaltsgeräten wird Innovation und Stromsparen zum stärksten Verkaufsargument, so die GfK. Hier lägen All-in-One Geräte für die Lebensmittelzubereitung und Körperpflege stark im Trend. Auch die Vernetzung von Smartphone und Haushalt spiele eine immer größere Rolle, so die GfK weiter.

Fans von Computerspielen sollten dagegen lieber noch warten – und zwar bis nach der Spielmesse Gamescom Ende August: „Sobald dort neue Spiele vorgestellt werden, sinkt der Preis von denen, die auf dem Markt sind, um durchschnittlich 14 Prozent“.

September/Oktober

Bei mobilen Begleitern erhalten Kunden im September und Oktober die kräftigsten Nachlässe: Denn wie jedes Jahr stellen Hersteller dann ihre neusten Smartphones vor: „Besonders deutlich ist das bei den Modellen von Samsung – hier sinken die Preise um 29 Prozent“, meint Expertin Berg. Apples neues iPhone, das Anfang Oktober auf den Markt kommen wird, hat auf den Preis von Android-Geräten aber weniger Einfluss: „Android-Geräte sind meistens preislich tiefer angesiedelt und stehen mit neuen iPhone-Modellen daher nicht in direkter Konkurrenz“, sagt Berg. Wer sich ein neues Telefon kaufen will, sollte erst drei Monate nach Vorstellung des Gerätes zugreifen, raten Experten: Denn dann ist der Preisverfall am stärksten – bis zu 30 Prozent sind möglich. Für viele Kunden ist die Displaygröße entscheidend, ergab eine Studie der GfK: 4,8 und 5,5 Zoll entwickeln sich zum neuen Standard.

November/Dezember

Die letzten Monate des Jahres sind geprägt vom anlaufenden Weihnachtsgeschäft: Elektronische Neuheiten, die im September auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) vorgestellt worden sind, sorgen für einen Preisrutsch bei älteren Geräten, vor allem bei Laptops.

Gerade zur kalten Jahreszeit sind Sommerreifen und Fahrräder die klassischen Ladenhüter – und die Preisnachlässe entsprechen hoch: Bis zu 54 Prozent können Kunden hier sparen.

Wer glaubt, dass die Händler zu Weihnachten die Preise in die Höhe treiben und nach den Festtagen alles viel billiger wird, irrt: Der harte Konkurrenzkampf führt vor Weihnachten kaum zu Preisanstiegen. Sparen will also gelernt sein.

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