Preisverhandlungen : Milch künftig wohl zehn Cent teurer

Bei Lidl und Edeka wird der Liter Milch ab Montag 71 Cent kosten - das sind zehn Cent mehr, als noch in dieser Woche. Ob auch Käse und Joghurt teurer werden, ist noch unklar.

Milch
Die Molkereien wollen die höheren Preise 1:1 an die Bauern weitergeben. -Foto: dpa

BerlinNach dem Ende des Lieferstreiks der Milchbauern müssen sich Verbraucher nach Einschätzung des Einzelhandelsverbandes HDE auf höhere Preise einstellen. "Einiges spricht dafür, dass Milch und Butter teurer werden", sagte HDE-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr der "Berliner Zeitung". Unklar ist bislang jedoch, wie stark die Preise anstiegen. Landwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) will Vertreter der Bauern und der Milchwirtschaft zu einem Milchgipfel einladen.

Edeka kündigte unterdessen an, Milch von kommenden Montag an für 71 Cent zu verkaufen - das sind zehn Cent mehr als noch in dieser Woche. Zuvor hatte bereits Lidl eine Preiserhöhung um den selben Betrag angekündigt. Der Discounter erklärte, den Milchbauern mehr Geld zahlen zu wollen. Nach dieser Ankündigung bilde sich nun über die gesamte Branche hinweg ein neues Preisniveau, so Pellengahr. "Ob auch Joghurt, Käse und andere Milchprodukte teurer werden, kann man noch nicht sagen", meinte Pellengahr weiter. Auch sei noch unklar, wie stark die Preise für die Verbraucher anstiegen. "Wir sollten erst einmal abwarten, was an Preissteigerungen bis in die Läden durchkommt."

Seehofer will Milchgipfel

Das Bundeslandwirtschaftsministerium wolle bereits "in Kürze" Bauern, Vertreter der Bundesländer und alle Beteiligten der Milchwirtschaft zu einem Milchgipfel einladen, sagte Landwirtschaftsminister Seehofer dem Tagesspiegel. Bei dem Gipfel soll es demnach um die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft und um die Frage gehen, "wie es um die Angebotsmacht der Bauern gegenüber anderen Wirtschaftsbeteiligten steht". Der Minister forderte, den Bauern "einen vernünftigen Preis für ihre Produkte zu zahlen".

Die Großmolkerei Nordmilch in Bremen nahm unterdessen Gespräche mit dem Einzelhandel über höhere Milchpreise auf. "Die Landwirte können sich darauf verlassen, dass hundert Prozent dessen, was wir an Mehreinnahmen erzielen werden, an die Landwirte weitergeht", erklärte Nordmilch-Vorstand Martin Mischel. Dem Unternehmen wolle langfristig höhere Abgabepreise des Einzelhandels für die Bauern erreichen. Jedoch hätten bislang nur einzelne Handelsketten Bereitschaft zu Preiserhöhungen signalisiert, erklärte Mischel weiter. (jvo/dpa/AFP)

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