Wirtschaft : Preiswert telefonieren: Surfen lohnt sich: Billige Telefontarife aus dem Internet

Jacqueline Dreyhaupt

Wer heute billig telefonieren möchte, braucht Ausdauer, gute Nerven und vor al-lem viel Zeit, um im "Tarif-Dschungel" den Überblick zu behalten. Oder aber, man lässt sich die Tarife einfach suchen. Internet-Dienstleister wie tariftip.de haben sich darauf spezialisiert, dem Verbraucher die Suche nach dem optimalen Tarif zu erleichtern.

"Die verschiedenen Webseiten zum Tarifvergleich sind auf jeden Fall einen Blick Wert", sagt Peter Knaak, Redakteur bei der Stiftung Warentest. Das Internet sei für den schnelllebigen Telefonmarkt das adäquateste Medium. Viele Anbieter schalteten kurzfristig Sondertarife, die der Verbraucher nur rechtzeitig übers Internet erfahren könne, sagt Knaak.

Auf dem deutschen Markt gibt es derzeit mehrere große Anbieter für Verbraucherseiten im Internet: Marktführer sind billiger-telefonieren.de und telltarif.de. Auf Platz drei ist die Berliner Optel Media AG. Die Philosophie der Berliner ist einfach: "Wir müssen es so machen, dass es auch unsere Großmutter versteht", sagt Friedemann Raff, einer der beiden Firmengründer. Obwohl Optel erst anderthalb Jahre nach der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes mit tariftip.de an den Start ging, hat das Unternehmen so seinen Platz am Markt gefunden: Der sparwillige Verbraucher bekommt die Ergebnisse seiner Tarifanfrage in einer Grafik präsentiert, die auch immer den günstigsten und teuersten Anbieter als Vergleichswerte enthält. Für tariftip.de werten die 20 Mitarbeiter des Unternehmens die aktuellen Tarife von rund 240 Anbietern aus. Diese können dann von jedermann im Internet kostenlos abgerufen werden.

Das Unternehmen finanziere sich derzeit zu 99 Prozent über Werbung, sagt Raff, der mit seinem Partner Holger Gröhn 94 Prozent des Aktienpaketes hält. Neben der Vermarktung von Werbeflächen verkauft das Unternehmen Tarifdaten und redaktionelle Beiträge rund ums günstige Telefonieren an Medien. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Optel Media AG damit einen Umsatz von rund 1,1 Millionen Mark. Aus den 15 000 Mark Startkapital sind im Jahr 2000 1,2 Millionen Mark Stammkapital geworden. Ziel sei es aber, den Anteil der Werbeeinnahmen am Umsatz auf 75 Prozent zu reduzieren und den Verkauf der Inhalte, der sogenannten Contents, weiter auszubauen, sagt Raff.

Die Website tariftip.de allein zählt monatlich 3,9 Millionen Page Impressions, das heißt Besuche pro Seite. "Solche Seiten laufen so gut, weil der Verbraucher nicht nur den nackten Tarifvergleich bekommt, sondern auch viele Tipps rund ums Thema Telefonieren", sagt Dirk Klasen, Wirtschaftsreferent bei der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV). Getestet wurden die verschiedenen Seiten bisher allerdings noch nicht. Sowohl die Stiftung Warentest als auch die VZBV vertrauen auf das Urteil des Verbrauchers: Wenn eine Seite nicht Benutzerfreundlich sei, gingen die Besucherzahlen zurück und somit auch die Attraktivität für Werbekunden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben