Wirtschaft : Premium auf zwei Rädern

Die deutschen Verbraucher geben immer mehr für ihr Fahrrad aus – gerne auch mit Elektromotor

Ein Gang, viel Geld. Teure „Fixie“-Räder sind gerade in Berlin sehr angesagt. Foto: dpa Foto: dpa
Ein Gang, viel Geld. Teure „Fixie“-Räder sind gerade in Berlin sehr angesagt. Foto: dpaFoto: dpa

Wiesbaden - Der Trend zu teureren Fahrrädern hält an: Deutsche Hersteller produzierten im vergangenen Jahr zwar weniger, in der Summe aber wertvollere Räder, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Diese Entwicklung bestätigte auch der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV), mit etwas anderen Zahlen. „Wir sehen einen absoluten Trend zum Fachhandel, was einhergeht mit einem höheren Durchschnittspreis“, sagte ein ZIV-Sprecher.

Nach den Zahlen des Bundesamtes verringerte sich die Produktion 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent auf 1,3 Millionen Stück. Der Gesamtwert der Räder stieg dennoch um 10,4 Prozent auf 360 Millionen Euro. Im Schnitt war ein in Deutschland hergestelltes Fahrrad demnach 279 Euro wert und damit 13,4 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Zum Vergleich: 2005 lag der Durchschnittswert noch bei 163 Euro. Dabei handelt es sich nicht um Ladenpreise, sondern um durchschnittliche Herstellerpreise ab Werk.

Die Statistik des Bundesamtes erfasst nur Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten. Der Zweirad-Industrie-Verband kommt für 2010 auf 2,22 Millionen in Deutschland produzierte Fahrräder und einen Durchschnitts-Herstellerpreis von 306 Euro. Die ZIV-Statistik erfasst dabei die komplette Branche mit etwa 50 Fahrradherstellern in Deutschland.

Der Trend zu höheren Durchschnittspreisen für Fahrräder erklärt sich auch mit dem anhaltend großen Interesse an E-Bikes. Allein im vergangenen Jahr verkaufte die Zweiradindustrie in Deutschland 200 000 Räder mit elektrischem Antrieb – das entspricht einem Absatzplus von 33 Prozent gegenüber 2009. „Ergebnis ist, dass die E-Bikes mittlerweile einen Anteil von fünf Prozent am deutschen Fahrradmarkt haben – Tendenz steigend“, teilte der ZIV unlängst mit.

Produziert werden die Fahrräder und E-Bikes (auch Pedelecs genannt) aber immer häufiger im Ausland. Im vergangenen Jahr wurden laut ZIV 2,7 Millionen Fahrräder importiert. Die wichtigsten Lieferanten waren dabei Taiwan (14 Prozent), Thailand (elf Prozent) und Polen (neun Prozent). mot/dpa

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