Pressebericht : Telekom gab offenbar Kundendaten an BKA weiter

Brisante Hilfe bei der Terrorbekämpfung: Einem Pressebericht zufolge hat die Deutsche Telekom dem BKA im Jahr 2001 ohne Rechtsgrundlage Millionen von Kundendaten zur Verfügung gestellt.

Frankfurt/MainDie Weitergabe erfolgte nach den Terroranschlägen vom 11. September und diente offenbar der Suche nach potentiellen "Schläfern". Dabei sei es nicht um die Suche nach Straftätern oder Gefahren gegangen, sondern um eine umfassende Durchrasterung von nahezu allen Kunden-Datenbeständen der Telekom, berichtet die Frankfurter Rundschau (Donnerstagausgabe) unter Hinweis auf Angaben aus Konzernkreisen.

Die Rasterfahndung habe unter anderem in einem Rechenzentrum der Telekom stattgefunden. Der Konzern dementierte die Rasterfahndung gegenüber der Zeitung nicht, hielt sich aber mit konkreten Angaben zu dem Fall bedeckt. Generell helfe man Behörden erst nach eingehender juristischer Prüfung, so ein Unternehmenssprecher. Bei Auskunftsersuchen staatlicher Ermittlungsbehörden werde immer "die Rechtsgrundlage des Ersuchens geprüft". Erst nach positiver Prüfung der Zulässigkeit werde die Auskunft dann "pflichtgemäß erteilt". Das Bundeskriminalamt gab dem Blatt am Mittwoch keine Auskunft zu den Vorgängen.

Das Bundesverfassungsgericht hatte 2006 die bundesweite Rasterfahndung nach "Schläfern" für verfassungswidrig erklärt. (rf/ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben