Wirtschaft : Preussag AG: Tourismuskonzern baut seine Schulden ab

Die Preussag AG will hoch hinaus: Der weltgrößte Tourismus-Konzern mit Sitz in Hannover strebt nach dem Rekordergebnis im Geschäftsjahr 1999/2000 (30. September) ein deutliches Wachstum bei Umsatz und Ergebnis an. "Mit der Touristik wird sich Preussag auch in Zukunft dynamisch weiterentwickeln", sagte der Vorstandsvorsitzende Michael Frenzel am Freitag in Hannover bei der Vorlage der Bilanzen für 1999/2000 und das vierte Quartal als Rumpfgeschäftsjahr.

Der Verkauf von nicht mehr zum Kerngeschäft zählenden Sparten sei angelaufen, die Schulden würden daher im Jahr 2001 von 7,2 Milliarden Euro (rund 14,1 Milliarden Mark) auf rund 4,2 Milliarden Euro abgebaut. Außerdem will das Unternehmen seine Bettenkapazitäten in den kommenden drei Jahren um mehr als ein Viertel auf rund 134 000 Betten ausbauen.

Der Preussag-Konzern steigerte im Geschäftsjahr 1999/2000 den Umsatz um 32 Prozent auf 21,8 Milliarden Euro (rund 42,6 Milliarden Mark). Im Rumpfgeschäftsjahr 2000 waren es 5,1 Milliarden Euro. Für das Jahr 2001 wird ein Plus von acht Prozent auf 23,5 Milliarden Euro erwartet. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit legte 1999/2000 auf 576,4 (vergleichbare Vorjahreszeit 533,2) Millionen Euro zu. Es soll auch im laufenden Jahr deutlich wachsen. Der Konzernüberschuss lag bei 402,5 (345,4) Millionen Euro beziehungsweise 23,9 Millionen Euro im vierten Quartal 2000.

Die Preussag AG zahlt 0,77 beziehungsweise 0,20 Euro Dividende und damit rund 30 Prozent auf das Grundkapital. Die Börse bewertete die Zahlen positiv. Der Kurs der Aktie der Preussag kletterte nach Vorlage der Geschäftszahlen, bis zum Nachmittag um 0,9 Prozent auf 37,20 Euro.

Die Umsatzrendite ist im Konzern im Geschäftsjahr 1999/2000 und im Rumpfgeschäftsjahr 2000 gefallen. Wie aus den Geschäftsberichten hervorgeht, lag sie 1999/2000 bei 3,4 Prozent nach 3,9 Prozent im Vorjahr. Im vierten Quartal 2000 ging sie auf 2,0 Prozent zurück.

Im ersten Quartal des laufenden Jahres sei das touristische Ergebnis negativ, dennoch besser als erwartet, sagte Frenzel weiter. Der Verlust liege an der grundsätzlich stark saisonal bedingten Ergebnisstruktur des Tourismus-Geschäftes. Die Kapazität an Hotelbetten soll noch in diesem Jahr um rund 10 000 erhöht werden. Derzeit können die Veranstalter der Preussag auf rund 104 000 Hotelbetten in allen Teilen der Welt zurückgreifen.

Durch eine so genannte Plattformstrategie sollen die größten Synergieeffekte der Übernahme von Thomson Travel genutzt werden. Dabei sollen alle Veranstalter der Gruppe auf die konzerneigenen Flugzeuge von Hapag-Lloyd und Britannia Airways zurückgreifen und ebenso alle Hotelbetten belegen. Insgesamt hat die Preussag eine Flotte von 90 Flugzeugen.

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