Wirtschaft : Preussag: In der Gewinnzone

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Die Tourismusindustrie scheint von der Konjunkturschwäche bisher verschont zu bleiben. Die TUI, wichtigste Reisemarke der Preussag AG, Hannover, hat für die Sommersaison ein Umsatzplus von neun Prozent gemeldet. Seitdem warten die Bankanalysten mit einigem Optimismus auf den für Mittwoch angekündigten Halbjahresbericht der Preussag.

Am Reisen werde nach wie vor nicht gespart, meint Robert Gülpers, Analyst beiSal. Oppenheim. Das sei an den TUI-Buchungen ebenso abzulesen wie an denen des Konkurrenten Thomas Cook. Er rechnet für das Halbjahr mit einem Konzernumsatz von 10,5 Milliarden Euro und einem Nettogewinn von 90 Millionen Euro. Im ersten Quartal hatte Preussag 46 Millionen Euro Verlust eingefahren. In der Umsatzschätzung sind sich die Analysten weitgehend einig, beim Gewinn liegen Gülpers Zahlen eher im unteren Bereich der Erwartungen. Lehman Brothers rechnet mit 55 Millionen Euro Gewinn im Halbjahr und liegt damit im Mittelfeld der Erwartungen.

Auf die Aktie dürfte der Zwischenbericht keinen großen Einfluss haben, denn auf den ersten Blick werden die Ertragszahlen nicht spektakulär aussehen. Für Preussag gilt jetzt der Zyklus des Reisejahres: Im ersten Quartal drücken hohe Vorlaufkosten das Ergebnis ins Minus, im zweiten und dritten Quartal fließen die Erlöse, zum Jahresende gewinnen schon wieder die Kosten die Oberhand. Die Bankexperten erwarten, dass die Reisesparte den Verlust von 107 Millionen Euro aus dem ersten Quartal mehr als ausgeglichen hat. Preussag-Vorstandschef Michael Frenzel hatte im Frühjahr erklärt, ein ausgeglichenes Ergebnis im ersten Halbjahr sei der Normalfall im Reisegeschäft.

Das zweite große Thema wird die Markenstrategie sein. Schon lange wird über eine Ablösung des Namens Preussag spekuliert. Nach Handelsblatt-Informationen wird zunächst TUI mit einem neuen Logo zur Dachmarke des Reisegeschäfts erhoben, was sie de facto schon ist. Sie soll andere starke Marken wie Hapag-Lloyd und Thomson Travel nicht ersetzen, sondern nur ergänzen, hieß es. Kleinere der mehr als 60 Touristikmarken im Konzern dürften allerdings auch wegfallen .

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