Wirtschaft : PreussenElektra schmiedet Energie-Riesen

HANNOVER (tsp).Das Ende der Gebietsmonopole für die Strom- und Gasversorger in Deutschland bringt Bewegung in die Energiebranche.In Norddeutschland bahnt sich nach dem Zusammenschluß der Oldenburger EWE mit dem Überlandwerk Nord-Hannover (ÜNH) unter dem Dach des Stromkonzerns PreussenElektra (Hannover) die nächste große Fusion an.Die vier regionalen Energieversorger Hastra (Hannover), EVM (Magdeburg), ÜZH (Helmstedt) und Landesgasversorgung Niedersachsen (Sarstedt bei Hannover) wollen sich zu einem großen Energiedienstleister zusammenschließen.Das teilten die Vorstände der vier Unternehmen am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Damit entsteht unter dem Dach der PreussenElektra (Hannover) einer der größten deutschen Regionalversorger.Mit Entscheidungen sei erst im kommenden Frühjahr zu rechnen.Für die Fusion sei auch die Zustimmung des Bundeskartellamtes notwendig, teilten die Vorstände mit.Nach den bisherigen Plänen soll der neue Verbund Mitte 1999 seine Arbeit aufnehmen.Das neue Unternehmen werde dann rückwirkend zum 1.Januar gegründet.

Der künftige Verbund würde mit 3000 Mitarbeitern nach heutigem Stand 3,2 Mrd.DM umsetzen und 1,1 Millionen Kunden in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt beliefern.Wie es in der Erklärung hieß, wollen die vier Unternehmen vor dem Hintergrund der Liberalisierung der Energiemärkte ihre Kosten senken, um wettbewerbsfähig zu bleiben.Bei Strom-, Gas- und Wasserversorgung würden sich die Unternehmen gut ergänzen.Die Aktienmehrheit am Verbund soll bei PreussenElektra, bisheriger Mehrheitsaktionär aller vier Regionalversorger, liegen.Die Gemeinden aus Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, die an den Einzelunternehmen beteiligt sind, sollen aber eine Sperrminorität erhalten.Ohne sie könnten keine Entscheidungen gefällt werden.

Auch ausländische Stromkonzerne reagieren auf die Liberalisierung des deutschen Energiemarktes.Das deutsch-finnische Unternehmen IVO Energieanlagen GmbH unterzeichnete am Vortag einen Kaufvertrag zum Erwerb eines 20 Hektar großen Grundstücks auf dem Gelände der Energiewerke Nord GmbH (EWN) in der Lubminer Heide bei Greifswald.Mit einem Investitionsaufwand von fast einer Mrd.DM will IVO ein Gas- und Dampfkraftwerk errichten.Bereits am 20.August hatte die schwedische Vasa Energy GmbH einen ähnlichen Vertrag unterzeichnet.Beide Unternehmen wollen in Deutschland ihr Recht auf Stromdurchleitung nutzen und die von ihnen produzierte Energie im nord- und ostdeutschen Raum verkaufen.

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