Wirtschaft : Prickelnd seit 1856

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Gegründet wurde die Freyburger Sektkellerei 1856 von den Brüdern Moritz und Julius Kloss – in Deutschlands nördlichstem Weinanbaugebiet. Nach einem Namensstreit mit dem Champagnerhaus Heidsieck Monopole durften die Brüder ihren Bestseller nicht mehr „Monopol“ nennen. Seit 1894 heißt der Sekt aus Freyburg darum „Rotkäppchen“ – wegen der roten Kappe auf der Flasche. Kaiser Wilhelm II schätzte den Sekt wegen seiner Bekömmlichkeit und orderte ihn für seine Offizierskasinos. Als Vorzeigebetrieb galt der spätere VEB Rotkäppchen Sektkellerei Freyburg auch noch in der DDR. 15,3 Millionen Flaschen wurden 1987 verkauft. Doch nach der Wende verschmähten die Kunden das Produkt aus SachsenAnhalt. Der Absatz schrumpfte auf weniger als zwei Millionen Flaschen. 300 der 360 Mitarbeiter mussten gehen. Seit 1991 geht es wieder aufwärts. Heute ist Rotkäppchen mit einem Marktanteil von 13,2 Prozent Deutschlands absatzstärkste Sektmarke – im Westen liegt der Marktanteil allerdings nur bei vier Prozent. Und: Rotkäppchen ist nicht mehr allein. Im Januar 2002 übernahmen die Freyburger die westdeutschen Traditionsmarken Mumm, Jules Mumm und MM in Hochheim am Main und Eltville am Rhein. Ein Jahr später kam die Privatkellerei Geldermann mit Sitz in Breisach am Rhein hinzu. Rotkäppchen- Mumm ist mit einem Marktanteil von rund 29 Prozent inzwischen Deutschlands größter Sektproduzent. 2002 setzte die Gruppe 92,4 Millionen Flaschen ab und 334 Millionen Euro um. vis

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