Wirtschaft : Privat versichert – gegen die Arbeitslosigkeit

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Die Opel-Bank gibt sich fürsorglich: „Gerade wenn man arbeitslos ist, muss man mobil sein und braucht seinen Wagen, um auf Arbeitssuche zu gehen“, sagt der Sprecher der Autobank. Nach der VW-Bank will nun auch die Opel-Bank ihre Kunden gegen die Arbeitslosigkeit absichern. „Ab dem vierten Quartal dieses Jahres werden wir unseren Kunden diese Option anbieten“, sagt Matthias Schäfer, Insurance Manager bei der Opel Bank.

Mit der Versicherung werden die Kreditraten für den Autokauf übernommen, wenn der Versicherte arbeitslos wird. „Die Nachfrage nach solchen Produkten ist wegen der höheren Arbeitslosigkeit gestiegen, eine Änderung ist nicht in Sicht", sagte Schäfer. Dabei ist klar, dass sich der krisengeschüttelte Autobauer weniger um die Mobilität des Arbeitslosen sorgt. Im Mittelpunkt steht der Wunsch, Autos zu verkaufen.

Die Versicherung der Opel-Bank soll sich von dem Produkt der VW-Bank unterscheiden: bei der Opel-Bank wird die Versicherung eine Option für die Kunden sein, die kostet. Bei der VW-Bank ist sie kostenlos. Außerdem will die Opel-Bank einen längeren Versicherungsschutz als die VW-Bank bieten – das Wolfsburger Angebot schützt nur in den ersten 24 Monaten des Finanzierungs- oder Leasingvertrages, die Bank übernimmt in diesem Zeitraum maximal zwölf Monatsraten. „Wir werden in beiden Bereichen mehr anbieten", sagte Schäfer.

Die private Absicherung gegen den Jobverlust ist im Kommen: Die VW-Bank bietet den Schutz seit April. Die BMW-Bank „denkt darüber nach und prüft die Nachfrage“. Die Gothaer Versicherung bietet die „Restschuldversicherung“ bei Konsumkrediten. Und die Volksfürsorge sichert einen gar komplett privat ab, damit man „den Gürtel bei Arbeitslosigkeit nicht enger schnallen muss“. Die staatliche Absicherung von 60 Prozent des letzten Gehalts stockt die Volksfürsorge auf 90 Prozent auf.

Während Experten Nischenprodukte wie die Absicherung von Autokrediten für durchaus sinnvoll halten, raten sie von der Absicherung der Volksfürsorge ab. „Ein unsinniger Versicherungsschutz“, urteilt der Hamburger Versicherungsberater Rüdiger Falken. Die Bedingungen für den Versicherten seien schlecht, weil „sich hier nur Leute versichern, die meinen, sie werden bald arbeitslos – es gibt also nur schlechte Risiken“. Das ist teuer für den Versicherer, und also auch für den Versicherten. Erst zwei Jahre nach dem Abschluss der Police darf man den Schutz in Anspruch nehmen, der maximal zwölf Monate gilt. Nur 1500 Policen wurden bisher abgeschlossen. Kein deutscher Versicherungskonzern hat die Volksfürsorge nachgeahmt.

Auf Reisepläne braucht man aus Angst vor dem Jobverlust jedenfalls nicht zu verzichten – wenn man sich versichert. Die Versicherungen Europäische Reiserücktritt oder Elvia die sichern den Arbeitsverlust automatisch ab. Bedingung bei allen Versicherungsvarianten: Die Arbeitslosigkeit muss „unverschuldet“ sein. Flora Wisdorff

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