Wirtschaft : Privatanleger: Aktienexperten warnen vor dubiosen Anlageangeboten

Die Aktienkultur in Deutschland hat sich mit dem Börsengang der Deutschen Telekom und der Verbreitung des Internets kräftig gewandelt. Die Kuponschere als wichtigstes Anleger-Accessoire vergangener Tage hat ausgedient: Schnelle, verlässliche Information, sichere Transaktion und günstige Kosten sind die Ansprüche privater Investoren. Für Rüdiger von Rosen, Geschäftsführer des Deutschen Aktieninstituts (DAI), erfordert dies von Banken wie Finanzdienstleistern neue Konzepte, will man im Wettbewerb bleiben.

Anlässlich des noch bis Samstag in Berlin von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) veranstalteten Kongresses der World Federation of Investors (WFIC), in dem Investmentclubs mit über einer Million Mitglieder aus aller Welt vereinigt sind, sprachen Redner dem Privatanleger zwar viel Professionalität zu. Auf der anderen Seite mache es aber die Informationsflut schwer, die richtige Nachricht herauszufiltern. Der Spruch "no risk - no fun" sei ebenso gefährlich wie überzogene Renditeversprechungen dubioser Anbieter, sagte von Rosen.

Dabei sind auch die Aktiengesellschaften heute anders gefordert. Die Unternehmen müssten in ihren Zielen überzeugen, sagt Christian Strenger, Ex-Manager der Deutsche-Bank-Tochter DWS. Mittels Internet oder Namensaktie könnten Unternehmen gezielt Beziehungen zum Anleger aufbauen. Für Strenger ist auch eine gute "Corporate Governance" für Unternehmen unverzichtbar - also die "gute Haushaltsführung" und die Transparenz des Unternehmens. DAI-Geschäftsführer von Rosen forderte zudem einen umfassenden Dialog der Investor-Relations-Abteilungen mit den Anlegern. Dabei gelte es, auch unangenehme Nachrichten nicht zurückzuhalten.

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