Privatanleger : Jetzt bloß keine Panik

Der Crash der vergangenen neun Handelstage hat vielen Anlegern, die auf den Dax setzen, herbe Einbrüche beschert: mehr als 14 Prozent. Die Verluste sind aber zunächst nur virtuell, Realität werden sie erst, wenn man die Papiere auch verkauft. Wer langfristig investiert, kann Krisen darum leichter verschmerzen: Im langjährigen Durchschnitt bleiben deutsche Standardwerte durchaus lohnenswert. Wer zum Beispiel den richtigen Zeitpunkt erwischte und Anfang 2009, also nach dem Höhepunkt der Finanzkrise, 10 000 Euro auf den Dax gesetzt hat, hat bis heute rund 17 300 Euro daraus gemacht. „Wir raten grundsätzlich: Keine unüberlegten Panikverkäufe bei Kurseinbrüchen“, sagt Silke Hoffmann von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Die deutschen Firmen seien in der Mehrzahl gut aufgestellt und immer noch unterbewertet. Sofern der Aktionär seine Papiere nach gründlicher Prüfung des Unternehmens gekauft habe, gebe es derzeit keinen Grund dafür, dass sich der Kurs nicht auch wieder erhole. Das gilt aber nur, so lange man das angelegte Geld gerade nicht braucht. Denn niemand kann heute vorhersagen, wie tief der Dax noch fällt und ob er sein altes Niveau wieder erreichen wird. Wer keine weiteren Kursverluste riskieren will, sichert sich deshalb mit einer Stop-Loss-Order ab, die man über seine Bank erteilen kann. Dabei wird ein Kurs festgesetzt, bei dem das Papier automatisch verkauft wird. Wer die Grenze zu knapp zieht, risikiert allerdings, dass der Computer mit Verlust verkauft, auch, wenn sich der Kurs nach einem kurzen Einbruch wieder erholt.

Der aktuelle Crash zeigt vor allem, wie wichtig es ist, dass man Risiken grundsätzlich möglichst breit streut: Während die Aktien an den alten Märkten sinken, befinden sich manche Schwellenländer noch immer im Höhenflug. Auch mit deutschen Staatsanleihen ist man derzeit auf der sicheren Seite. Darauf vertrauen aber inzwischen so viele Anleger, dass die Renditen der Papiere stark gesunken sind. Die Real-Verzinsung – also die Rendite abzüglich der Inflation – lag in dieser Woche sogar zeitweise bei null Prozent. mirs/mot

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