Wirtschaft : Privatbanker Metzler trotzt der Krise

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Frankfurt (Main) (ro). Die Banken fürchten offenbar, dass eine neue Bundesregierung unter einem Kanzler Edmund Stoiber (CSU) Steuerbefreiungen für den Verkauf von Unternehmensbeteiligungen oder für Ausschüttungen aus Wertpapierfonds wieder zurücknehmen könnte. Das Frankfurter Privatbankhaus Metzler hat deshalb im vergangenen Jahr entsprechende Ausschüttungen realisiert, die nach den Gesetzesänderungen durch die derzeitige Bundesregierung steuerfrei sind. „Wir haben eine gewisse Furcht, dass dies in Zukunft nicht mehr so sein könnte“, sagte Bank-Chef Friedrich von Metzler am Dienstag auf der Bilanz-Pressekonferenz. Diese Ausschüttungen, vor allem aber das Festhalten an der langfristigen Ausrichtung am beratungsintensiven Bankgeschäft hat Metzler auch im vergangenen Jahr stabile Erträge beschwert.

Einen Einbruch wie in anderen Häuser gab es auch deshalb nicht, weil Metzler weder das klassische Kreditgeschäft betreibt noch sich dem Eigenhandel mit Devisen. Edelmetallen und Wertpapieren widmet. Gleichzeitig brummt das Geschäft im Investmentbanking mit der Beratung bei Übernahmen und Fusionen weiter. Zuletzt organisierte Metzler die Übernahme von Consors durch die französische BNP Paribas. Im deutschen Markt ist Metzler gemessen an der Zahl der Transaktionen hinter der Deutschen Bank und Goldman Sachs die Nummer drei. Unter dem Strich erreichte das Privatbankhaus 2001 einen Jahresüberschuss von 2,3 Millionen Euro. Die sechs Familien-Gesellschafter erhalten je Aktie die Dividende von 76,69 Euro. Den größten Teil des Gewinns steckt die Bank allerdings in die Rücklagen.

Trotz der guten Geschäftslage ist auch Metzler gezwungen, auf die Kostenbremse zu treten. Ableger in Italien und den Niederlanden wurden geschlossen, das geplante Büro in Großbritannien wird nicht eröffnet.

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