Wirtschaft : Private Konkurrenten setzen der Bahn zu

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Berlin - Die Deutsche Bahn hat 2005 weiter Marktanteile an private Konkurrenten auf der Schiene verloren und rechnet auch für dieses Jahr mit Problemen. Im Regionalverkehr, in dem der Konzern das meiste Geld verdient, stieg der Anteil der Bahn-Wettbewerber von 11,9 auf 13,2 Prozent, im Gütertransport gab es ein Plus von 10,2 auf 15,1 Prozent. Das geht aus dem Wettbewerbsbericht hervor, den das Unternehmen am Mittwoch in Berlin vorlegte. Demnach ist die Bahn allein im Fernverkehr weiterhin nahezu Monopolist.

Der Verlust von Marktanteilen werde sich in diesem Jahr noch beschleunigen, prognostizierte der Bahn-Wettbewerbsexperte Joachim Fried, vor allem im Regionalverkehr. „Wir werden ein deutliches Wachstum der Wettbewerber sehen, auch bei S-Bahnen mit hohem Passagieraufkommen.“ Bei Nahverkehrsaufträgen, die in der Regel durch die Bundesländer vergeben werden, war die Bahn 2005 nur in 35 Prozent aller Fälle erfolgreich – der Rest ging an Wettbewerber wie Connex oder Abellio verloren. „Wir wollen unseren Marktanteil behaupten“, gab Fried als Ziel vor.

Der Erfolg Privater zeige, dass Bahn-Konkurrenten von dem Staatskonzern nicht behindert würden, sagte er. Ein Bahn-Börsengang mit Schienennetz sei daher für den Wettbewerb unproblematisch. Die Bahn sieht sich in dieser Ansicht von einem Bericht der EU-Kommission bestätigt, nachdem die Trennung von Schiene und Netz nicht grundsätzlich notwendig ist. Der Bericht fordert aber auch eine unabhängigere Bahnaufsicht. brö

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