Wirtschaft : Private Krankenkassen fühlen sich bedroht

WÜRZBURG (rtr/Tsp).Die private Krankenversicherung sieht sich von mehreren Seiten bedroht.Der Vorsitzende des Verbandes der privaten Krankenversicherungen (PKV), Peter Greisler, beklagte auf der PKV-Mitgliederversammlung in Würzburg, daß 1997 die Steigerung der Versicherungsleistungen deutlich über dem Zuwachs der Beitragseinnahmen gelegen habe.Daneben bedrohten Pläne der SPD, Versicherungspflicht- und Beitragsbemessungsgrenzen für die gesetzliche Krankenkassen anzuheben, die privaten Krankenversicherung massiv.

Positiv vermerkte Greisler laut Redetext, daß die private Krankenversicherung 1997 nach zwei Jahren der Stagnation ihren Marktanteil erhöht habe.Dem stehe ein über dem Beitragszuwachs hinausreichender Anstieg der Versicherungsleistungen entgegen.Mit 6,5 Prozent sind die Leistungsausgaben im vergangenen Jahr stärker als die Beitragseinnahmen (plus 3,6 Prozent) gestiegen.Die PKV müsse daher die Instrumente zur Kostenbegrenzung stärker nutzen.Zudem müsse sie Bemühungen der Ärzte entgegentreten, rückläufige Einnahmen seitens der Kassenpatienten durch höhere Honorarforderungen bei Privatpatienten auszugleichen.

Heftig kritisierte Greisler Bestrebungen in der SPD, durch die Anhebung der Versicherungspflichtgrenze mehr Versicherte in die "Zwangsversicherung" zu treiben und dadurch deren "Finanzlöcher" zu stopfen.Dadurch werde das jahrzehntelange Nebeneinander von gesetzlicher und privater Krankenversicherung in seinen Grundfesten erschüttert.Wenn die Pflichtgrenze zur Debatte gestellt werde, werde man den Europäischen Gerichtshof anrufen.Derzeit seien schließlich 90 Prozent der Bevölkerung in der gesetzlichen Krankenversicherung, davon 75 Prozent pflichtversichert.

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