Wirtschaft : Private versprechen niedrigere Post-Preise

Bis zu 30 Prozent weniger

SAARBRÜCKEN (AP).Die privaten Konkurrenten der Post AG haben den deutschen Kunden drastische Preissenkungen für die Briefzustellung in Aussicht gestellt, sobald das Briefmonopol wegfällt.Sowohl bei Standardbriefen als auch bei größeren Sendungen könnten sie mit einer Preisreduzierung von 30 Prozent rechnen, sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes Internationale Express- und Kurierdienste, Ralf Wojtek, im Saarländischen Rundfunk.Dies habe auch die Entwicklung in anderen Ländern gezeigt, in denen private Zusteller als Konkurrenten in den Markt eingestiegen seien. Wojtek wies den Vorwurf der Deutschen Postgewerkschaft zurück, daß die preiswertere Briefzustellung mit Hilfe von Billigjobs und zu Lasten der ländlichen Regionen erreicht werde: "Sie können mit 610-Mark-Jobs (Ostdeutschland: 520 DM) kein flächendeckendes qualitatives Netz aufbauen, sondern Sie brauchen selbstverständlich festangestellte Kräfte." So gebe es beispielsweise bei den privaten Paketdiensten keine sozialversicherungsfreien Jobs, und der Beschäftigungsanteil von Saisonarbeitern liege unter einem Prozent.Für ländliche Regionen werde es keine höheren Preise geben als für Städteverbindungen, sagte Wojtek. Der Verbandsvorsitzende forderte Bund und Länder auf, im Vermittlungsausschuß für einen möglichst raschen Wegfall des Briefmonopols zu sorgen.Die von den Ländern angestrebte Verlängerung des Monopols sei eine Bevormundung der Kunden. Nach dem vom Bundestag in der vergangenen Woche verabschiedeten Postgesetz verbleibt der Post AG noch bis Ende 2002 eine Exklusivlizenz für die Beförderung von Briefen unter 100 Gramm Gewicht.Bei schwereren Briefen und bei der Infopost muß sich die Post AG ab 1998, wie schon seit Jahren bei Päckchen und Paketen, im Wettbewerb behaupten.

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