Privatisierung der Bahn : Koalition will Börsengang retten

Im festgefahrenen Streit um die Bahn-Privatisierung gibt es neue Vorschläge der Regierung. Einer davon lautet, die Transportsparten der Bahn in einer Finanzholding zu bündeln und 30 Prozent oder mehr davon an der Börse zu verkaufen. Die Kontrolle über die Mehrheit und das Schienennetz blieben bei der Bahn. Diese Variante wurde Tagesspiegel-Informationen zufolge in einem Treffen am Donnerstag beratschlagt, an dem Bahn-Chef Hartmut Mehdorn, Kanzleramtsminister Thomas de Maizière, Finanzminister Peer Steinbrück und Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee teilnahmen. Laut Teilnehmerkreisen hätte dieser Plan den Vorteil, dass die Bahn Geld für ihren internationalen Ausbau bekäme, der konzerninterne Arbeitsmarkt erhalten bliebe und zugleich alle Optionen offen blieben, sollte eine spätere Bundesregierung Gleise und Betrieb doch noch trennen wollen. Gegen das von der SPD favorisierte Volksaktienmodell habe das Kanzleramt vehement protestiert, verlautete weiter. Im Finanzministerium hieß es, dies sei nur eine der Varianten, die derzeit geprüft würden. Eine ähnliche Variante bringt das CSU-geführte Bundeswirtschaftsministerium in einem internen Papier ins Spiel – demnach könne der Bund Anteile an der Bahn-Logistik verkaufen – entweder der gesamten Sparte oder nur des internationalen Bereichs. Diese Aktien könne die Bahn dann als „Akquisitionswährung“ für Firmenkäufe einsetzen. brö

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