Wirtschaft : Pro Sieben erzielt strahlendes Ergebnis im ersten Halbjahr

MÜNCHEN (um/HB). Der Ruf der Kleinaktionäre der Pro Sieben Media AG, München, nach einer Abschaffung der Vorzugsaktie wird immer lauter. Auf der Hauptversammlung in München attestierten die Aktionärssprecher der Gruppe zwar "wunderbare Zahlen" und eine "gute Positionierung in einem interessanten Markt". Rechte Freude mochte angesichts der Entwicklung der Aktie dennoch nicht aufkommen. Mit einem Kurs zwischen 43 und 45 Euro lag die Pro Sieben-Aktie in den vergangenen Wochen rund 20 Prozent über dem Emissionspreis. Das ist den Aktionären, die das Papier mit den Medienwerten des Neuen Marktes vergleichen, viel zu wenig. Pro Sieben - seit kurzem im M-Dax - sei im falschen Markt gelistet, stellte ein Sprecher fest. Größter Hemmschuh aber sei die Vorzugsaktie.

Für den Pro Sieben-Vorstandsvorsitzenden Georg Kofler spiegelt der derzeitige Kurs "weder den Substanzwert, noch die Wachstumsmöglichkeiten und schon gar nicht vernünftige Vergleichsverhältnisse zu anderen deutschen Medienwerten" wider. Das Potential der Aktie sei bei weitem nicht ausgeschöpft. Eine Abschaffung der Vorzugsaktie sei in absehbarer Zeit aber kein Thema. Von den 17,5 Mill. Stück Stammaktien liegen 58,4 Prozent bei Thomas Kirch, Sohn der Münchener Medienunternehmers Leo Kirch, und 41,6 Prozent bei Rewe.

Im ersten Halbjahr 1999 steigerte Pro Sieben den Konzernumsatz um rund sieben Prozent auf rund 1,06 Mrd. DM. Das Vor-Steuer-Ergebnis verbesserte sich um 15 Prozent auf mehr als 185 Mill. DM. Die Zuwachsraten, so Kofler, könnten allerdings nicht auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden. Der TV-Sender Pro Sieben, wichtigstes Unternehmen der Gruppe, soll bei Umsatz und Ertrag einstellig zulegen. Der kleinere Sender Kabel 1 erwarte deutlich zweistellige Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis.

Pro Sieben setzt den Weg von der TV-Gruppe zum Multimedia-Haus fort. 1999 wird ein "mittlerer einstelliger Millionenbetrag" in den Ausbau der Nachrichtenagentur ADN fließen. Millionen werden auch in E-Max investiert, ein Angebot spezieller Programme, die via Satellit unter anderem in Diskotheken, Kinos und Restaurantketten eingespeist werden. Mit dem Nachrichtenkanal N24 startet in der vierten Januarwoche 2000 der dritte TV-Sender der Gruppe. Zusätzlich zu den bisherigen Kosten der Nachrichtenproduktion sollen für N24 rund 50 Mill. DM pro Jahr aufgewendet werden.

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