Wirtschaft : Pro Sieben glänzt im ersten Börsenjahr

Gut 25 Prozent der gesamten TV-Werbung verbucht / SAT 1-Einstieg dementiert MÜNCHEN (dpa).Der Pro Sieben-Konzern hat 1997 dank umfangreicher Fernsehwerbung einen Umsatz- und Ertragsrekord erzielt.Der seit Mitte 1997 börsennotierte TV-Konzern mit den Sendern Pro Sieben und Kabel 1 steigerte den Umsatz um zehn Prozent auf 1,86 Mrd.DM.Der Vorsteuergewinn kletterte sogar um 43 Prozent auf 254 Mill.DM.Der Konzern wolle auch in den nächsten Jahren deutlich besser als der Markt abschneiden, sagte der Vorstandsvorsitzende der Pro Sieben Media AG, München, Georg Kofler, am Mittwoch abend in München.Der Konzern rechne zwar mit einem langsameren Marktwachstum der TV-Werbung und spüre den härteren Wettbewerb.Bis zum Jahr 2000 solle der Umsatz aber auf mehr als zwei Mrd.DM steigen.Spätestens 2002 werde der Konzern "mehr Sender und Unternehmen in der Gruppe" haben, sagte Kofler. Der Konzern verbuchte 1997 gut ein Viertel der gesamten TV-Werbung von etwa 7,2 Mrd.DM (netto) und wird damit nur von RTL übertroffen.Der Sender Pro Sieben steigerte den Umsatz um 7,7 Prozent auf 1,57 Mrd.DM und Kabel 1 um 28,2 Prozent auf 259 Mill.DM.Im laufenden Jahr soll bei Pro Sieben der Umsatz einstellig und bei Kabel 1 zweistellig wachsen.Beide Firmen sollen Gewinne einfahren.1997 hatte Kabel 1 den Verlust vor Steuern von 21 auf neun Mill.DM gedrückt.Der Rekordgewinn vor Steuern schlägt sich nicht unmittelbar im Jahresüberschuß nieder, weil der Konzern für 1997 erstmals hohe Steuern (Quote 59 Prozent) zahlen muß und nicht mehr Verlustvorträge verrechnen kann.Der Konzernjahresüberschuß dürfte von 169,2 Mill.auf 120 Mill.DM sinken.Kofler stellte eine "aktionärsfreundliche Dividende" in Aussicht und deutete eine Ausschüttung von etwa 0,40 DM an.Großaktionäre bei den Stammaktien sind Thomas Kirch (gut 58 Prozent) und die Rewe-Handelsgruppe (rund 42 Prozent). Kofler kündigte den Ausbau des Konzerns mit den Säulen Fernsehen, Multimedia und Merchandising (Lizenzen/Zuschauer-Club) an.Im Jahr 2000 sollen mehr als zehn Prozent des Gewinns aus dem Bereich Multimedia kommen.Pro Sieben bleibe am Zukauf eines Senders interessiert.Kofler dementierte aber Spekulationen, Pro Sieben könnte beim Wettbewerber SAT 1 einsteigen."Es wurde noch keine Sekunde verhandelt." Der Pro Sieben-Konzern, der 1997 die Mitarbeiterzahl um 26 auf 1471 verringerte, will 1998 die Beschäftigtenzahl weiter senken. Kofler verwies auf einen wachsenden Wettbewerbsdruck durch die öffentlich-rechtlichen Sender.Wenn die Werbegrenze für die öffentlich-rechtlichen Sender über 20 Uhr ausgedehnt würde, was er nicht erwarte, müsse die gesamte Prognose für den Konzern geändert werden.Pro Sieben wolle bis Jahresende den Zuschaueranteil bei seinen Nachrichten von 1,2 auf zwei Mill.steigern.

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