Wirtschaft : Pro Sieben Sat 1 wird noch 2006 verkauft

Gebote betragen über drei Milliarden Euro

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Düsseldorf – Der Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1 wird für mehr als drei Milliarden Euro bis Jahresende verkauft. „Der Verkaufsprozess steht kurz vor seinem Ende. Es ist nur noch eine Frage von Wochen“, sagte ein Beteiligter dem „Handelsblatt“. Derzeit seien zwar noch nicht alle Angebote ausgearbeitet worden. Doch die bisherigen Offerten lägen über drei Milliarden Euro. „Der Verkäufer hat klar gemacht, dass er den Verkauf der Sendergruppe möglichst schnell klar machen möchte“, bestätigten Käuferkreise. Insbesondere die anziehende Werbekonjunktur in Deutschland und die Phantasie im digitalen Fernsehen haben den Wert der Sendergruppe offenbar vergrößert.

Im Bieterwettbewerb um Pro Sieben Sat 1 gebe es derzeit noch fünf Kaufinteressenten für die größte deutsche Sendergruppe. Das berichten Verhandlungskreise. Neben den Finanzinvestoren KKR und Permira sowie der Gruppe um Goldman Sachs, Apax und Cinven sowie der türkischen Dogan-Yayin-Gruppe bieten noch zwei weitere Bewerber. „ Dabei handelt es um strategische Investoren und Finanzinvestoren“, hieß es in Verhandlungskreisen.

Offenbar hat Dogan mit einem Angebot von mehr als drei Milliarden Euro das höchste Angebot abgegeben. Der Medienkonzern ist bereits mit zwei Fernsehsendern und der lokalen Ausgabe der Tageszeitung „ Hürriyet“ im deutschen Medienmarkt vertreten. An Dogan TV hatte sich kürzlich der Zeitungskonzern Axel Springer mit 25 Prozent beteiligt. Springer war aber im Februar mit der Übernahme der Pro Sieben Sat 1 am Widerstand der Wettbewerbshüter gescheitert. Springer wollte damals 2,45 Milliarden. Euro für den 50,5 Prozent-Anteil des amerikanischen Medienunternehmers Haim Saban und seiner Finanzinvestoren zahlen.

In den Reihen der Verkäufer hat es offenbar einen Konflikt über den Verkaufszeitpunkt gegeben. Eine Reihe von Finanzinvestoren glaubten, durch einen späteren Verkauf einen noch höheren Preis erzielen zu können. Am Ende setzte sich Haim Saban durch, der als Befürworter eines schnellen Verkaufs gilt. Saban hatte 2003 die Senderkette für 525 Millionen Euro übernommen. hps (HB)

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