Wirtschaft : Pro Sieben Sat1 strebt an die Spitze des Werbemarktes

Fernsehkonzern denkt über Einstieg ins Pay-TV nach

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München (nad). Trotz des stagnierenden Werbemarktes und großer Anstrengungen beim Schuldenabbau will der Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1 in diesem Jahr Marktführer im Zuschauer und TV-Werbemarkt werden. „Pro Sieben Sat 1 ist ein gesundes Unternehmen, das zunehmend Fahrt aufnehmen wird“, sagte der neue Vorstandschef Guillaume de Posch am Freitag auf der Hauptversammlung in München. Mit dem ersten Quartal habe der Konzern „eine gute Basis für das Geschäftsjahr 2004 geschaffen“.

Pro Sieben Sat 1 hatte im ersten Quartal bei allen vier Sendern – Pro Sieben, Sat 1, Kabel 1 und N 24 – schwarze Zahlen geschrieben und insgesamt einen Überschuss von 25 Millionen Euro erwirtschaftet. De Posch warnte aber davor, daraus Schlüsse für den gesamten Jahresverlauf zu ziehen. Im Juni werde sich die Fußball-Weltmeisterschaft negativ bei den nicht übertragenden Sendern auswirken. Außerdem sei nicht so schnell von steigenden Werbeerlösen auszugehen.

Um das Ergebnis signifikant zu steigern, will Pro Sieben Sat 1 weiter Kosten senken, neue Erlösquellen erschließen und über digitale Angebote wie Bezahlfernsehen nachdenken. De Posch sagte, Pay-TV sei langfristig eine strategische Option, auf die man sich vorbereiten müsse. Er versicherte jedoch, dass der Konzern „nichts überstürzen und schon gar keine finanziellen Experimente eingehen“ werde. Premiere-Chef Georg Kofler hatte am Mittwoch gesagt, Pro Sieben interessiere sich für drei Spartenkanäle, die binnen drei Monaten verkauft werden sollten. Spekulationen um einen möglichen schnellen Wiederausstieg von Großinvestor Haim Saban wies de Posch zurück. „Es handelt sich nach unserer Kenntnis um ein langfristiges Engagement“, sagte er.

Aktionärsvertreter zeigten sich mit dem Geschäftsjahr weitgehend zufrieden. Klaus Schneider von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger lobte, das Unternehmen habe ein schwieriges Jahr „respektabel zu Ende gebracht“. Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz zweifelte daran, dass der US-Medienunternehmer dauerhaft Interesse an dem Engagement bei ProSiebenSat1 habe. Vorstandschef de Posch verwies auf mehrere öffentliche Statements Sabans, wonach es sich um ein langfristiges Engagement handle.

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