Wirtschaft : Pro Sieben und Sat 1: Fusion genehmigt

Die fusionierte Pro Sieben Sat 1-Gruppe hat in den ersten neun Monaten 2000 Ergebnis und Umsatz deutlich gesteigert und erwartet auch für das Gesamtjahr einen Ergebniszuwachs. Das Pro-forma-Ergebnis vor Steuern sei auf 74,1 (47,5) Millionen Euro gestiegen, teilte die Pro Sieben Sat 1 Media AG am Donnerstag in Unterföhring bei München mit. Darin seien Verschmelzungskosten von 21,4 Millionen Euro zeitanteilig berücksichtigt. Der Umsatz sei dank einer guten Entwicklung vor allem im Kerngeschäft Fernsehen im dritten Quartal auf 1,48 (1,38) Milliarden gestiegen. Pro Sieben und Sat 1 hatten sich im Sommer zum größten deutschen Fernsehunternehmen zusammengeschlossen. Am Donnerstag hat die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) die Fusion genehmigt.

Vorstandschef Urs Rohner erklärte, das Unternehmen rechne für das Gesamtjahr trotz hoher Investitionen - von den Sondereffekten der Fusion abgesehen - mit einem deutlichen Ergebniswachstum. Konkret erwartet die Pro Sieben Sat 1-Gruppe nach Bereinigung der Fusionskosten ein knapp zweistelliges Wachstum des Vorsteuerergebnisses im Vergleich zum Pro-Forma-Abschluss des Geschäftsjahres 1999.

Die Senderfamilie aus Pro Sieben, SAT.1, Kabel und dem Nachrichtensender N24 will den Konkurrenten RTL auf dem deutschen Fernsehmarkt überflügeln. Die KEK, die die Fusion genehmigt hatte, sieht durch die Verschmelzung die Meinungsvielfalt nicht beeinträchtigt. Nach ihren Angaben erreicht die neue Holding einen Zuschaueranteil von 26,4 Prozent.

Das neue Unternehmen wertete sein überdurchschnittlich starkes Umsatzwachstum im Fernsehgeschäft im traditionell schwächeren "Sommerferien"-Quartal als Beleg für seine Strategie. Der Umsatz in diesem Segment sei von Juli bis September auf 404,9 (368,9) Millionen Euro gestiegen. Der im Januar gestarte Fernsehsender N24 werde in seinem ersten Betriebsjahr Außenumsätze in "mittlerer einstelliger Millionenhöhe (Euro)" erzielen. Nähere Angaben wurden nicht gemacht.

Das Ergebnis der früheren Pro Sieben-Gruppe vor Steuern sank in den ersten neun Monaten wegen der Transaktions- und Integrationskosten auf 81,9 (85,1) Millionen Mark, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Der Umsatz stieg um auf 806,7 (756,6) Millionen Euro. Sat 1 steigerte seinen Umsatz um neun Prozent auf 684,8 Millionen Euro, verzeichnete aber weiter ein negatives Vorsteuer-Ergebnis. Das Ergebnis vor Steuern habe sich um 89 Prozent auf minus 4,1 Millionen Euro verbessert.

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