Wirtschaft : Pro Sieben verspricht Aktionären "üppige Dividende"

MÜNCHEN (wis/HB/Tsp).Trotz höherer Programminvestitionen und eines nur verhaltenen Umsatzanstiegs hat die Pro-Sieben -Gruppe, München, den Vorsteuergewinn in den ersten drei Quartalen dieses Jahres um 25 Prozent auf 156 (plus 31) Mill.DM gesteigert.Grund waren vor allem niedrigere Kosten durch den Abbau des Personals um sieben Prozent gegenüber September 1997 auf jetzt noch 1347 Beschäftigte.

Finanzvorstand Lothar Lanz kündigte für 1998 eine "üppige Ausschüttung" und damit eine erhöhte Dividende an.Für 1997 hatte Pro Sieben 0,60 DM je 5-DM-Aktie, die für ein halbes Jahr dividendenberichtigt war, gezahlt.Der Vorstandsvorsitzende der Pro-Sieben Media AG, Georg Kofler, sagte, beim DVFA-Gewinn je Aktie werde 1998 eine Fünf vor dem Komma stehen.Er erwarte eine "deutlich zweistellige" Umsatzrendite nach bereits zwölf Prozent im bisherigen Jahresverlauf.Der Umsatz, der in den ersten neun Monaten um drei Prozent auf 1,34 Mrd.DM zunahm, werde auch im Gesamtjahr nur einstellig wachsen.Das sei vor allem auf die Zurückhaltung der großen Werbekunden zurückzuführen.

In einer Telefonkonferenz sagte Kofler, er gehe zuversichtlich ins kommende Jahr.Die Werbebuchungen für 1999 lägen bereits jetzt über dem Wert, der ein Jahr zuvor erreicht wurde.Überdurchschnittlich laufe das Geschäft auch beim zweiten Sender der Unternehmensgruppe, Kabel 1 .Besonders im dritten Quartal blieben die Werbeinnahmen hinter den Erwartungen zurück.Gerade die Top-Kunden hätten sich wegen der Krise in Asien und Rußland zurückgehalten.Betroffen seien vor allem Produkte des täglichen Bedarfs wie Kosmetika, Körperpflege- und Waschmittel, Süßwaren und Spirituosen.Dies führte zu einem negatien Ergebnis im dritten Quartal.Doch dieses Quartal ist laut Finanzvorstand Lanz ohnehin wegen des Sommerwetters immer das schwächste.Das vierte Quartal dagegen habe 1997 allein 50 Prozent zum Gesamtergebnis beigesteuert, und das werde in diesem Jahr ähnlich sein.

Deutschlands erster börsennotierter Fernsehsender habe keine Eile, durch den Zukauf eines weiteren Fernsehsenders sein Wachstum zu beschleunigen, hatte Kofler erst kürzlich erklärt.In der Vergangenheit hatte es widerholt Spekulationen darüber gegeben, daß Pro Sieben beim Wettbewerber Sat 1 einsteigen könnte.Kofler hatte entsprechende Gerüchte nie dementiert.Pro Sieben könne auch "große Brocken" im Volumen von mehr als einer Mrd.DM tragen.Bei Sat 1 ist die Kirch-Gruppe größter Gesellschafter.Kofler hatte ebenso stets betont, daß seiner Meinung nach drei bis vier Sender den gegenwärtigen Auswahlprozeß nicht überleben werden.Vor allem Spartensender wie tm 3 seien "problematisch".Tatsächlich hatte sich erst in der vergangenen Woche der Medienunternehmer Rupert Murdoch am Münchner Spartensender tm 3 beteiligt.Kofler zufolge könnten auch Sender "aus der zweiten Liga" - neben der Pro-Sieben-Tochter Kabel 1 noch RTL 2 und Vox - mittelfristig in eine Existenzkrise geraten, wenn sie es nicht schafften, ihren Marktanteil bei allen Zuschauern in die Nähe von fünf Prozent zu hieven.Kabel 1 hatte zuletzt seinen Marktanteil von 3,9 Prozent auf 4,1 Prozent gesteigert.Wachstumschancen sieht der Pro-Sieben-Chef vor allem im Tele-Shopping.Dieses Geschäft könnte in wenigen Jahren in Deutschland beim Umsatz die Milliardenschwelle überschreiten.Pro 7 ist am deutschen Teleshopping-Kanal H.O.T.beteiligt.

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