Wirtschaft : Pro Sieben will mit weniger Leuten mehr

Börsenneuling baut um

MÜNCHEN (dpa).Weiterhin "gute Zahlen und spannende Programme" verspricht der Vorstandsvorsitzende des Pro Sieben-Konzerns, Georg Kofler, im Halbjahresbericht den Aktionären.Seit die Pro Sieben Media AG, Unterföhring, Anfang Juli als erster deutscher TV-Konzern an die Börse ging, spielen neben den Einschaltquoten und Werbezeiten auch die Renditen und Aktienkurse eine Hauptrolle, räumt Kofler ein.Damit der zweistellige Wachstumskurs - im ersten Halbjahr 15 Prozent Umsatzplus auf 934 Mill.DM und ein Anstieg beim Vorsteuergewinn von 27 Prozent auf 122,5 Mill.DM - sich fortsetzt, kündigt der Pro-Sieben-Chef jetzt eine Umorganisation an."Wir wollen mit weniger Leuten mehr bewegen und schneller werden", lautet das Motto. Der Konzern mit 1287 Beschäftigten und den beiden Sendern Pro Sieben und Kabel 1 will vor allem die Eigenproduktion von Serien und Programmen einschränken und die Aufträge an Dritte vergeben."Das Medienhaus mit Phantasie" will sich zudem "konsequent von Unternehmen trennen, die ihre Leistungsziele nicht erreichen". Kofler und seine Vorstandskollegen Lothar Lanz (Finanzen) und Michael Wölfle (Werbung) sind nach der "Pro Sieben-Euphorie" beim Börsengang zufrieden.Bei 72 DM Ausgabekurs liegt der Kurs derzeit bei etwa 85 DM, wobei schon ein Zwischenhoch von 98 DM erreicht wurde.Großaktionäre sind Thomas Kirch mit 60 und die Rewe-Gruppe mit 40 Prozent der Stammaktien. Der Pro-Sieben-Chef rechnet in den nächsten Jahren mit weiter zweistelligen Umsatzrenditen vor Steuern.Voraussichtlich im nächsten Jahr soll ein weiterer Sender zum Pro Sieben-Konzern hinzukommen. Die genaue Dividendenhöhe für 1997 nennt der Vorstand noch nicht.Prognosen von 0,40 DM je 5-DM-Vorzugsaktie seien aber realistisch, heißt es.

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