Wirtschaft : Pro Sieben will RTL überholen

Neue Eigentümer bauen europäischen Konzern auf

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Berlin - Pro Sieben Sat 1 soll nach dem Willen der neuen Eigentümer in einem Senderverbund zum größten Fernsehkonzern Europas werden. Die Finanzinvestoren KKR und Permira versicherten am Freitag zugleich, es werde keinen Abbau von Arbeitsplätzen geben. Die Zentrale des Konzerns, der aktuell 2800 Mitarbeiter beschäftigt, soll in München bleiben.

„Es ist ganz klar unser Ziel, Nummer eins in Europa zu werden“, sagte Johannes Huth, Europa-Chef von KKR. Marktführer ist noch die zu Bertelsmann gehörende RTL Group. Durch die Fusion mit der Luxemburger Fernseh-Holding SBS, die ebenfalls KKR und Permira gehört, könne die neue Gruppe europaweit auf Expansionskurs gehen. SBS hat vor allem Sender in Skandinavien und Osteuropa. „Wir haben nicht vor, viel Zeit bei der Verschmelzung von SBS und Pro Sieben Sat 1 zu verlieren“, sagte Götz Mäuser, Leiter des Media-Teams bei Permira.

Haim Saban, der mit einem Konsortium bislang die Mehrheit an ProSiebenSat1 hielt, dankte den Mitarbeitern für ihre Leistung in den vergangenen Jahren. Der Gewinn des Unternehmens vor Steuern sei seit seinem Einstieg im August 2003 von rund 181 Millionen Euro auf rund 460 Millionen Euro angestiegen, der Aktienkurs von 7,50 Euro auf 23,60 Euro. Am Freitag schloss der Titel mit einem leichten Plus zum Vortag bei 23,61 Euro.

In Anspielung auf das Veto des Bundeskartellamtes gegen eine Übernahme von ProSiebenSat1 durch den Axel-Springer-Verlag zu Beginn des Jahres sagte Saban: „Ich liebe das Bundeskartellamt.“ Springer hatte für den Konzern rund 2,5 Milliarden Euro geboten, also rund 500 Millionen Euro weniger, als nun Permira und KKR an Saban zahlen. mot

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