Probleme mit Internet und Telefon : Kein Anschluss in Berlin

Es darf nicht sein, aber es passiert doch: In Berlin sind Verbraucher und Firmen manchmal wochenlang ohne Telefon oder Internet. Dabei gibt es ein Gesetz, das genau das verhindern soll.

von und Alexander Riedel
Länger warten, als das Gesetz erlaubt. Eigentlich muss der Anbieterwechsel innerhalb von 24 Stunden über die Bühne gehen. Doch das klappt nicht immer. Mancher wartet tage- oder sogar wochenlang auf die Verbindung. Foto: Edler von Rabenstein - Fotolia
Länger warten, als das Gesetz erlaubt. Eigentlich muss der Anbieterwechsel innerhalb von 24 Stunden über die Bühne gehen. Doch das...Foto: Edler von Rabenstein Fotolia

Eigentlich dürfte es das gar nicht mehr geben: Man wechselt seinen Telefon- oder Internetanbieter und steht plötzlich ohne Verbindung da. Ein neues Gesetz sollte genau das verhindern. Doch gelungen ist das nicht. Über 4000 Beschwerden hat die Bundesnetzagentur zwischen Juni 2012 und Juni 2013 von Verbrauchern erhalten, bei denen der Wechsel nicht geklappt hat. Auch der Tagesspiegel bekommt immer wieder Beschwerden von Lesern. Wir haben einige dieser Geschichten zusammengestellt und bei den Firmen nachgefragt, wie es sein kann, dass die Leitung wochenlang tot bleibt.

Wer schuld ist, lässt sich nur im Einzelfall klären. Längst nicht immer ist der Netzbetreiber, die Telekom, der Verursacher. Auch mit anderen Anbietern gibt es Probleme. Und nicht zuletzt tragen auch die Verbraucher ihren Teil bei, etwa indem sie Vertragslaufzeiten nicht beachten. Hinter vorgehaltener Hand gibt die Branche jedoch zu, dass die Kunden relativ verloren sind im Dschungel zwischen Wettbewerbern und Netzbetreiber.

Vodafone spricht von „Herausforderungen“ an der Schnittstelle zum Netzbetreiber. „Allerdings hat es hier schon viele Verbesserungen gegeben, so dass die Zahl der Fälle abgenommen hat“, heißt es auf Anfrage. Angesichts von fast zehn Millionen Haushalten, die jedes Jahr den Anbieter wechseln oder umziehen, gebe es nur eine verschwindend geringe Zahl von Problemfällen. Telefonica, die O2-Kunden betreut, sieht ihren Einfluss bei Problemen als gering an. „Bei der Teilnehmeranschlussleitung sind wir darauf angewiesen, Leitungen zu mieten“, sagt ein Sprecher von Telefonica Germany. „Wir beauftragen die Deutsche Telekom mit der Bereitstellung, Wartung und Ähnlichem und erbringen diese Leistungen nicht selbst.“ Die Telekom will sich zu diesem Thema nicht äußern. Zu Kundenbeziehungen anderer Unternehmen sage man nichts, heißt es nur.

Was tun? Aus Sicht des Bundesverbands der Verbraucherzentralen wäre eine Abspaltung des Telekom-Netzes in eine eigene Gesellschaft wenig sinnvoll. „Der Wettbewerb ist lebhafter als der im Eisenbahnnetz“, sagt Michael Bobrowski. Das erst im vergangenen Jahr novellierte Telekommunikationsgesetz hält er zudem für eine wesentliche Verbesserung. Beim Wechsel zwischen den Anbietern gibt es nun eine 24-Stunden-Frist und ein klares Verfahren bei Problemen. Dennoch bleiben tausende Fälle, in denen die Frist nicht eingehalten wurde – oder der Anschluss auch ohne einen Wechsel plötzlich tot ist.

Wir haben einige Fälle gesammelt.

12 Kommentare

Neuester Kommentar