Wirtschaft : Produktion in Ägypten eingestellt Deutsche Unternehmen holen Mitarbeiter zurück

Berlin - Deutsche Unternehmen, die in Ägypten aktiv sind, haben jetzt auf die Unruhen in der Region reagiert. Viele von ihnen haben ihre Produktion vor Ort eingestellt und damit begonnen, deutsche Mitarbeiter auszufliegen.

Betroffen ist zum Beispiel der Handelskonzern Metro. Er ist erst seit vergangenem Juni unter dem Markennamen Makro in Ägypten aktiv. Bei den Unruhen am Wochenende sind zwei Großmärkte des Konzerns geplündert worden, eine Person wurde dabei verletzt. Wegen der weiterhin kritischen Situation hat Metro seine rund 700 Mitarbeiter vor Ort jetzt dazu aufgefordert, zu Hause zu bleiben.

Der Energiekonzern RWE hat bereits am Sonntag rund 90 Mitarbeiter und Angehörige der Öl- und Gasfördertochter Dea nach Deutschland ausgeflogen. Die Produktion sei jedoch nicht beeinträchtigt – Kollegen, die Schlüsselfunktionen innehätten, würden in Ägypten bleiben. Auch langfristig will RWE in der Region aktiv bleiben. „Wir betrachten unser ägyptisches Engagement als langfristiges Engagement“, sagte Konzernchef Jürgen Großmann. RWE Dea beschäftigt in dem Land rund 150 Mitarbeiter. Zudem betreibt RWE mit der Staatsgesellschaft EGPC ein Joint Venture zur Ölproduktion im Golf von Suez. Die Suez Oil Company beschäftigt gut 1100 Mitarbeiter.

Im Montagewerk von BMW am Rande Kairos steht die Produktion bereits seit vergangener Woche still. Das Unternehmen baut in Ägypten die Modelle 3er, 5er, 7er und die Geländewagen X1 und X3. Im Werk in Kairo arbeiten normalerweise mehrere hundert Menschen – darunter zwei deutsche Mitarbeiter, die das Unternehmen zusammen mit ihren Familien ausfliegen lassen will.

Auch der Autobauer Daimler will mehrere Dutzend Mitarbeiter ausfliegen, die in seinem Produktionswerk in Ägypten arbeiten. Dort ruht die Produktion seit Sonntag – wann sie wieder aufgenommen werden kann, ist nach Angaben des Unternehmens noch unklar.

Stillstand auch bei BASF: Der Chemiekonzern hat seine Produktion ebenfalls vorerst eingestellt. Neben Marketing- und Vertriebsbüros unterhält BASF ein Werk in Kairo, das Bauchemikalien für Kunden vor Ort herstellt. Auch Thyssen- Krupp hat seine Mitarbeiter in Ägypten aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Zehn deutsche Kollegen sind nach Angaben des Unternehmens am Wochenende zurück in die Bundesrepublik geflogen. Die übrigen 60 deutschen Angestellten vor Ort befänden sich in Port Said, wo es derzeit ruhig sei. dpa/rtr

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