Wirtschaft : Produktivität: Fronleichnams-Wachstum

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Wer seinen Arbeitsplatz von München über Frankfurt nach Berlin wechselt, macht die Erfahrung schwindender Feiertage. Zuerst fehlen die Heiligen Drei Könige am 6. Januar, dann Allerheiligen am 1. November und zuletzt wird einem auch noch Fronleichnam genommen. Das wäre heute. Während München im Biergarten sitzt, schwitzt Berlin im Office. Das Ärgerliche daran ist, dass Bundesländer mit den meisten Feiertagen auch wirtschaftlich erfolgreicher sind. Während in Bayern das Wachstum in den 90er Jahren durchschnittlich bei 1,8 Prozent lag, betrug es in Berlin gerade 0,2 Prozent - Schlusslicht eines Länder-Rankings, an dem die Bertelsmann-Stiftung zur Zeit arbeitet. Daraus folgt: Produktivität ist keine direkte Funktion des Büro-Sitzfleisches. Folgt daraus vielleicht noch mehr? Erwirtschaften katholische Bundesländer ein höheres Pro-Kopf-Einkommen als protestantische? Das wäre die Umkehrung der klassischen Max-Weber-These, wonach der Geist des Protestantismus zur Triebfeder des Kapitalismus wurde. Ein Blick auf Baden-Württemberg (Durchschnittswachstum ein Prozent, Katholikenanteil fast 50 Prozent, folglich viele Feiertage) kann die Hypothese stützten. Dumm nur, dass das Saarland (70 Prozent Katholiken) mit 0,8 Prozent die ganze schöne These kaputtmacht.

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