Prognose 2009 : Chemie-Industrie rechnet mit roten Zahlen

Im laufenden Jahr kommt die Chemie-Industrie nach eigenen Angaben trotz Wirtschaftskrise noch glimpflich davon. 2009 sieht das anders aus. Schuld daran ist vor allem die Absatzkrise in der Auto-Industrie.

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Mitarbeiter in der chemischen Industrie könnten im kommenden Jahr weniger zu tun haben. -Foto: dpa

Frankfurt/MainNach sieben erfolgreichen Jahren erwartet die deutsche Chemie-Industrie im kommenden Jahr erstmals wieder eine schrumpfende Produktion. Sie werde wegen der sinkenden Nachfrage der Industriekunden und des schwachen privaten Konsums um ein Prozent zurückgehen, berichtet der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Frankfurt.

Wegen sinkender Erzeugerpreise werde der Umsatz noch stärker um 1,5 Prozent nachgeben. Laut VCI sind im vierten Quartal 2008 bereits einzelne Anlagen stillgelegt worden. Für Jahresbeginn 2009 werde damit gerechnet, dass die Unternehmen ihre Anlagen weiter zurückfahren. Die konjunkturelle Schwächephase werde wohl bis weit in das kommende Jahr anhalten, hieß es.

Pharmaindustrie stützt

Die Branche leidet nach eigenen Angaben vor allem unter weniger Aufträgen bedingt durch die Krise bei Fahrzeughersteller und in der Bauwirtschaft. Stabilisierend wirke allein die noch weitgehend konjunkturunabhängige Pharmasparte. Ohne sie würde die Produktion der Chemie-Industrie 2009 sogar um 2,5 Prozent schrumpfen. VCI-Präsident Ulrich Lehner erklärte, die Unternehmen täten alles, um die Stammbelegschaft halten zu können, bis die Nachfrage wieder anziehe.

Für 2008 hat die Branche ihre Erwartungen gesenkt. Der Verband rechnet mit einer stagnierenden Produktion. Wegen gestiegener Preise sei ein Umsatzplus von drei Prozent auf 178,8 Milliarden Euro zu erwarten. Bei Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal hatte der VCI noch ein Produktionswachstum von einem Prozent im Gesamtjahr vorhergesagt. (sf/dpa/ddp)

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