PROGNOSE MIT GOOGLE : „Wir schauen einen Monat voraus“

Wie genau konnten Sie die Arbeitslosenzahlen mit Google-Daten voraussagen?

Die Bundesagentur hat eine Arbeitslosenquote von 8,1 Prozent errechnet und wir lagen im Mai bei 8,2 Prozent. Die Arbeitslosenzahlen sind um 1,2 Prozent zurückgegangen und wir hatten einen Rückgang zwischen 1,2 und 4,9 Prozent prognostiziert. Der aktuelle Rückgang liegt am unteren Ende der Bandbreite, die wir genannt hatten.

Warum ist die Bandbreite bei Ihren Zahlen so groß?

Wir arbeiten mit verschiedenen Kombinationen von Suchbegriffen. Diese Modelle sind meistens gut, können sich aber auch mal irren. Im Februar hat die Kurzarbeit eine große Rolle gespielt. Das ist jetzt nicht mehr der Fall.

Wie lautet Ihre Prognose für den kommenden Monat?

Im Juli wird sich der aktuelle Abwärtstrend nicht weiter fortsetzen. Es kommt zu einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Nach unseren Daten wird die Arbeitslosenquote um 0,4 Prozentpunkte ansteigen.

Was sind die Gründe für den Anstieg?

Ursachenanalyse ist nicht Aufgabe des Modells. Was ich im Internet messe, ist das Suchverhalten der Nutzer. 90 Prozent der Arbeitslosen benutzen für die Arbeitssuche auch das Internet, Unternehmer informieren sich über Regelungen zur Kurzarbeit. Sie suchen nach bestimmten Begriffen. Die Gründe für Arbeitslosigkeit können wir mit den Daten, die uns zur Verfügung stehen, aber nicht herausfinden. Noch nicht.

Wie weit wagen Sie es bisher, mit den Daten in die Zukunft zu schauen?

Wir schauen nur einen Monat voraus, weil unsere Daten da noch am besten mit der Realität korrelieren. Die richtigen Zahlen werden wir allerdings nie genau treffen. Das kann kein Modell.

Klaus Zimmermann

leitet das Deutsche

Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in

Berlin und das Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn. Mit ihm sprach Vera Pache.

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