Programmieren statt Pausenhof : 16 Jahre - und Start-up-Millionär

Ben Pasternak ist mit 16 Jahren New Yorks jüngster Start-up-Millionär. Jetzt schaut er sich in der Berliner Gründerszene um.

von

Blauer Kapuzenpullover, eine Hose, die eine Etage tiefer sitzt, dazu bequeme Treter: Ben Pasternak würde mit seinen Klamotten auf keinem Pausenhof auffallen, doch dort ist der Teenager nicht mehr zu finden. Der 16-Jährige hat die Schule geschmissen, um sein eigenes Unternehmen zu gründen: Flogg. Die App ist eine Mischung aus Instagram und E-Bay, Nutzer können Fotos aufnehmen von Sachen, die sie verkaufen wollen und mit verschiedenen Filtern verschönern – und sie ist Millionen schwer.

Seine Eltern waren von den Plänen nicht begeistert

„Meine Eltern waren am Anfang gar nicht begeistert, dass ich die High-School aufgeben wollte“, erzählt Pasternak am Montag in einem Café in Berlin-Mitte, aber als er von Investoren zwei Millionen US-Dollar Kapital eingesammelt hatte, ließen sie ihren Sohn ziehen, von Sydney nach New York.

Diese Woche ist Pasternak anlässlich der Web Week in Berlin, 20 000 Teilnehmer werden zu den 20 Konferenzen erwartet. Pasternak will die Start-up-Szene der Hauptstadt kennenlernen, begleitet wird er von seinem ältesten Mitarbeiter: Mike Landsberger, der das vergleichsweise biblische Alter von 30 Jahren erreicht hat.

Pasternak gilt als Wunderkind

Landsberger passt unter anderem auf, dass Pasternak auch mal was anderes isst als Pizza, typisch Teenie eben – aber genau das will der 16-Jährige auch sein. „Zumindest am Wochenende, da hänge ich auch mal in der Shopping-Mall ab oder bei Freunden zu Hause“, versichert er. Unter der Woche führe er „ein erwachsenes Leben“, was für ihn vor allem bedeutet: Arbeiten von sieben Uhr morgens bis tief in die Nacht.

Pasternak gilt als Wunderkind in der Start-up-Szene, vor Flogg hat er bereits das Social-Media-Tool „One“ entwickelt, sein Spiel „Impossible Rush“, das er mit 15 programmierte, wurde mit 1,3 Millionen Downloads zum Hit im Apple Store. Sein Rat an andere Teenies mit guten Tech-Ideen: „Nicht aufgeben und fokussiert bleiben.“ Ob er eines Tages noch die Schule beenden wolle? „Nicht ausgeschlossen, aber unwahrscheinlich“, erklärt er. Mit seinen Freunden in Sydney sei er aber in Kontakt – schließlich will er wissen, was auf dem Pausenhof so passiert. Sonja Álvarez

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben