Promis dürfen umsonst fliegen : Privilegien von Air Berlin für „Markenbotschafter“

Ein Herz für Promis. Ex-Airline-Chef Joachim Hunold mit Johannes Kerner. Foto: dpa
Ein Herz für Promis. Ex-Airline-Chef Joachim Hunold mit Johannes Kerner. Foto: dpaFoto: picture-alliance/ dpa

Berlin - Das Prominentenprogramm der Fluggesellschaft Air Berlin hat am Wochenende Wirbel verursacht. Von einem „Sumpf“ sprach Michael Kunert von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger. Der kürzlich zurückgetretene Air-Berlin-Chef Joachim Hunold sei für „unfassbare Zustände“ verantwortlich. Das Unternehmen bestätigte am Montag in einer schriftlichen Stellungnahme „das bestehende Programm vor dem Hintergrund der Neuausrichtung der Air Berlin zum Jahresende einzustellen“. Mit dem Programm sind Privilegien für Prominente gemeint: Nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ durften mehr als 100 bekannte Personen und ihre Familienangehörigen kostenlos mit Air Berlin fliegen. Die Fluggesellschaft habe sogar die Versteuerung des geldwerten Vorteils übernommen. „Das schlägt dem Fass den Boden aus“, regte sich Aktionärsschützer Kunert auf. Womöglich seien auch Politiker auf diese Weise gefördert worden, wodurch die ganze Geschichte „noch eine andere Dimension bekommen würde“, sagte Kunert dem Tagesspiegel.

Welche Personen in den Genuss der Freiflüge kamen und wie viel das insgesamt kostete, war bei Air Berlin nicht zu erfahren. Die Promis heißen bei der Gesellschaft „Markenbotschafter, deren Loyalität zu Air Berlin positiv auf das Unternehmensimage ausstrahlt“. Diese Botschafter seien angehalten, „auf Reisen, wann immer sinnvoll möglich, Produkte unseres Hauses zu nutzen bzw. in der Kommunikation ihre Qualität herauszustreichen. Zu diesem Zweck können ausgesuchte Personen zu günstigen Konditionen mit Air Berlin reisen.“ Kunert als Vertreter der Kleinaktionäre ärgerte sich dagegen über Vorteile für „Millionäre, die das nicht nötig haben“ und warf die Frage auf, ob Hunold womöglich wegen Untreue belangt werden müsste. alf

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