Wirtschaft : ProSieben verdient weniger

Fernsehkonzern senkt Prognose/Einbruch auf dem Werbemarkt

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München (nad). Wegen der anhaltenden Krise auf dem Werbemarkt hat der größte deutsche Fernsehkonzern ProSiebenSat1 seine Gewinnerwartungen für das laufende Jahr deutlich zurückgeschraubt. Der gesamte Fernsehwerbemarkt werde voraussichtlich um gut acht Prozent – statt wie bislang angenommen um fünf Prozent – zurückgehen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in München mit. „Anders als erwartet, müssen wir heute davon ausgehen, dass auch das vierte Quartal keine Trendwende bewirken wird“, sagte Konzernchef Urs Rohner. Für die gesamte Fernsehwirtschaft sei 2002 damit ein verlorenes Jahr.

Im Falle eines Rückgangs des Werbemarktes um acht Prozent werde der Konzern nur einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 140 bis 160 Millionen Euro erreichen. Bislang war die Sendergruppe von mehr als 200 Millionen Euro ausgegangen und hatte auch nicht ausgeschlossen, das Niveau des Vorjahres in Höhe von 225 Millionen Euro zu erreichen. Beim Umsatz rechnet ProSiebenSat1 mit einem Rückgang von drei bis vier Prozent. „Damit wird sich ProSiebenSat1 in diesem Jahr deutlich besser als der Markt entwickeln“, sagte Rohner. Ein Konzernsprecher wollte auf Anfrage keine Prognose geben, für wann die Sendergruppe wieder mit einem Aufschwung am Werbemarkt rechnet. Er betonte aber, dass ProSiebenSat1 bereits im vergangenen Jahr ein rigides Kostenmanagement eingeführt habe. Diesbezüglich werde man die Anstrengungen intensivieren und jeden Bereich auf seine Effizienz prüfen. Nach Angaben des Sprechers gibt es jedoch keine Pläne für einen Personalabbau.

Zu der Sendergruppe gehören neben ProSieben und Sat1 auch Kabel1 und der Nachrichtensender N24. Der TV-Konzern ist das Herzstück der insolventen Kirch-Media. Die sinkenden Gewinne bei ProSiebenSat1 hatten die Verkaufsverhandlungen nach Einschätzung von Branchenkennern in den vergangenen Monaten erschwert. Schon im ersten Halbjahr war der Gewinn des Konzerns massiv eingebrochen. Vor Steuern sank der Ertrag um 72 Prozent auf 25 Millionen Euro.

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