ProSiebenSat.1 : Auf dem Weg in den Dax

Auf der Hauptversammlung vollzieht ProSiebenSat.1 eine komplizierte Aktienumwandlung. Damit bereitet die Sendergruppe ihre Eigenständigkeit vor – und bereitet den scheidenden Investoren großzügiges Geschenk.

Aufwärts. Sechs Jahre lang hatten Finanzinvestoren das Sagen bei ProSiebenSat.1. Foto: dpa
Aufwärts. Sechs Jahre lang hatten Finanzinvestoren das Sagen bei ProSiebenSat.1.Foto: dpa

München - ProSiebenSat.1 macht sich nach sechs Jahren unter der Regie der Finanzinvestoren KKR und Permira auf den Weg in die Eigenständigkeit. Die Hauptversammlung des TV-Konzerns stimmte am Dienstag im München erwartungsgemäß einer Veränderung der Aktienstruktur zu und macht damit den Weg für den lange erwarteten Ausstieg von KKR und Permira frei. Damit können sich die beiden jetzt von ihren verbleibenden Anteilen über die Börse trennen. Die Sendergruppe dürfte damit ein heißer Kandidat für die Aufnahme in den deutschen Leitindex Dax werden. Dort gibt es bisher keine Medienunternehmen.

Konzernchef Thomas Ebeling hat damit ein wichtiges Ziel erreicht und verschafft sich bei der Führung des Unternehmens (ProSieben, Kabel 1, Sixx) damit größeren Freiraum. Dabei ist der Schritt eigentlich nur der Plan B. Lieber hätten KKR und Permira den Konzern komplett verkauft, doch es fand sich kein Interessent: mit einer Marktkapitalisierung von sieben Milliarden Euro ein zu großer Brocken für die deutschen Medienhäuser. Bereits 2006 hatten die Wettbewerbshüter eine Übernahme der Sendergruppe durch Springer verhindert.

KKR und Permira blieb somit der Ausstieg über die Börse. Dafür musste auf der Hauptversammlung ein komplizierter Beschluss gefasst werden: Die bisher nicht stimmberechtigten, aber an der Börse gehandelten Vorzugsaktien werden in stimmberechtigte Stammaktien umgewandelt – und zugleich zum Handel an der Börse zugelassen. Wie schnell sich die beiden Unternehmen von diesen Anteilen trennen wollen, ist offen.

Aktionärsschützer lobten den Rückzug der Investoren und die stattliche Sonderdividende von 5,65 je Vorzugs- und 5,63 Euro je Stammaktie. Bezahlt wird die Sonderausschüttung auch aus dem Milliardenerlös des Verkaufs der skandinavischen Sender. dpa

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