Wirtschaft : Proteste bei Siemens: Fertigung soll geschlossen werden

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Die Stimmung der Siemens-Belegschaft in der Treptower Elsenstraße ist gereizt. Seit Tagen sind Spekulationen im Umlauf, die davon ausgehen, dass die Produktion am Berliner Standort für Verkehrstechnik (VT) eingestellt werden soll. Betroffen davon wären rund 300 der insgesamt 1150 Arbeitsplätze. Betriebsratsvorsitzender Michael Gottschild rechnet damit, dass die Phase des reinen Nachdenkens über einen Fertigungsstopp längst abgeschlossen sei. Wie Gottschild am Dienstag sagte, setzten derart weitgehende Prozesse eine langfristige Planung voraus. Wirtschaftssenator Wolfgang Branoner sei vom Siemens-Vorstand bereits über die Möglichkeit informiert worden, die Produktion bei Bedarf ins Ausland zu verlagern.

Die Konzernleitung wies unterdessen zurück, dass bereits Beschlüsse gefallen seien. Der Pressesprecher der Siemens Verkehrstechnik, Eberhard Dombek, sagte auf Nachfrage lediglich, dass über die Optimierung von Fertigungsprozessen an allen Standorten der Verkehrstechnik nachgedacht werde. Entsprechende Entscheidungen aber seien noch nicht getroffen worden. "Ich bedaure sehr", so Dombek, "dass dieses Thema nun mit einem derart aggressiven Zungenschlag in der Öffentlichkeit ausgebreitet wird." Zuvor hatte der Siemens-Vorstand gegenüber der Belegschaft zu erkennen gegeben, dass bis zum Jahresende eine Entscheidung fallen werde.

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