Wirtschaft : Prozessfinanzierung ohne Rechtsschutz

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Der zur Ergo-Gruppe zählende Münchner Rechtsschutzversicherer DAS steigt nun auch in die Finanzierung von Prozessen für nicht Versicherte ein. Dazu hat der in diesem Assekuranzsegment europaweit führende Spezialversicherer eine Tochter namens DAS Profi AG gegründet, die die Kosten eines Rechtsstreits gegen eine spätere Erfolgsbeteiligung übernimmt, sagte der designierte DAS-Chef Wulf Nibbe zur Bilanzvorlage in München. Geplant sei dieses Jahr die Finanzierung von 50 Fällen. Bis 2004 wolle die DAS 400 Klagen begleiten. Zwar gebe es hier zu Lande schon acht Konkurrenten, die eine solche Prozessfinanzierung auf Einzelfallbasis anbieten, räumte Nibbe ein. Die Bekanntheit der eigenen Marke sieht er jedoch als Erfolgsgarant und erwartet Gewinne aus dem neuen Geschäft 2005/2006. Eine solche Anlaufphase sei nötig, weil gerichtliche Auseinandersetzungen lange dauern und teuer sind. Bei einem Streitwert von 300 000 Mark drohten nach einer Niederlange vor Gericht bis zur zweiten Instanz Kosten von rund 70 000 Mark. Für die Vorfinanzierung solcher Summen verlangt die neue DAS-Tochter im Erfolgsfall die Hälfte des erstrittenen Betrags, sagte Nibbe. Bei einer Niederlage übernimmt sie alle Kosten. Eine Rechtsschutzversicherung kostet laut DAS jährlich rund 250 Mark Prämie, schließt aber im Gegensatz zur Profi AG Felder wie das Scheidungsrecht aus.

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