Wirtschaft : Prüfer BDO entschädigt Bankgesellschaft

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Frankfurt am Main Das zweijährige Tauziehen zwischen der Bankgesellschaft Berlin (BGB) und ihrer ehemaligen Abschlussprüferin BDO Deutsche Warentreuhand ist beendet. BDO hat eingewilligt, zwölf Millionen Euro Schadensersatz zu leisten für Testate, die sie in den neunziger Jahren der BGB-Tochter IBG ausgestellt hatte. Das erfuhr das Handelsblatt am Donnerstag im Umkreis des Aufsichtsrats der Bank. BDO und BGB lehnten eine Stellungnahme ab.

Die IBG war durch langfristige Mietgarantien Risiken in Milliardenhöhe eingegangen, die fast zur Insolvenz der Bankgesellschaft geführt hätten. Die Pleite konnte nur mit hohen Staatszuschüssen und einer 21-Milliarden-Euro-Bürgschaft des Landes Berlin verhindert werden. 2002 war bekannt geworden, dass eine Sonderprüfung frühzeitig auf die Risiken hingewiesen hatte und dass die Warnungen weder vom Unternehmen noch von BDO ernst genommen worden waren. Der damals neue Vorstandschef und Sanierer der Bankgesellschaft, Hans-Jörg Vetter, hatte daraufhin die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und die Überprüfung von Schadensersatzansprüchen angekündigt. Er warf den Prüfern vor, die Sorgfaltspflicht wissentlich verletzt zu haben.

Im Gegensatz zu BDO kam es zwischen BGB und der Prüfgesellschaft Deloitte Touche Deutsche Baurevision nicht zu einer außergerichtlichen Einigung. Deswegen will die BGB jetzt Schadensersatzklage erheben. Die Vorwürfe gegen Deloitte beziehen sich auf Testate für die Berlin Hyp, eine Tochtergesellschaft der BGB. BGB und Deloitte streiten darüber, ob die Prüfer im Rahmen des geplanten Einstiegs in die großflächige Renovierung von Plattenbauten ausreichend auf die Risiken hingewiesen hatten. hjk (HB)

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