Wirtschaft : PSI AG: Das Software-Unternehmen erweitert Logistik-Angebot

Robert Ide

Eigentlich findet Dietrich Jaeschke die Werbespots der Post AG ganz amüsant. Die Scherze der Gottschalk-Brüder über E-Business und E-Commerce seien für die deutsche Logistikbranche ein Gewinn. "Aber die Trennung von Bestellungen im Internet einerseits und Warentransport andererseits hat keine Zukunft", sagt Jaeschke, Vorstandsmitglied der PSI AG. Das traditionelle Software-Unternehmen will lieber beides in einer Hand organisieren. "Ressourcenmanagement" nennt Jaeschke das. Zu diesem Zweck hat PSI eine neue Firma gegründet, die am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde: die PSI Logistics GmbH. Sie soll mit 150 Mitarbeitern zum führenden Anbieter von Logistik-Lösungen in der IT-Branche werden.

Konkret heißt das, dass die Firma nicht nur den Weg der Güter von der Bestellung am heimischen Computer über den Transport auf Flughäfen bis zur Haustür regeln will, sondern dass bereits Herstellung und Vermarktung der Anbieter optimiert werden sollen. Mittel dazu soll die Vernetzung von Logistik-Lösungen sein, die Geschäftsführer Kurt Reuter als Wachstumsgarantie schlechthin ansieht. In diesem Jahr will PSI Logistics jedenfalls 40 Millionen Mark Umsatz machen, das wäre eine Steigerung von 20 Prozent gegenüber den bisherigen Logistikaktivitäten der PSI. Diese fanden - neben der Logistikabteilung des Mutterbetriebs - bislang in zwei Firmen statt: in der Hamburger ECI GmbH, die sich vorrangig um Lagerverwaltung und Transportsteuerung kümmert, sowie in der Dortmunder Planar GmbH, die auf die Logistik von Flughäfen spezialisiert ist. Zusammengeschlossen in einem Unternehmen wollen sie nun den kompletten Markt aufrollen.

An die Börse drängt es das neue Unternehmen trotzdem nicht. Aus seiner Skepsis gegenüber den dortigen "Gurus" machte Jaeschke kein Geheimnis. Erst vor zwei Tagen hatte die PSI den angekündigten Börsengang ihrer Firmentochter Ubis verschoben. Angesichts der Turbulenzen am Neuen Markt sei die angestrebte Einnahme von 18 Millionen Euro durch die Ausgabe von 1,2 Millionen Aktien nicht zu schaffen, sagte Jaeschke. "Dieses Jahr wird das wohl nichts mehr", schloss er. Einen unglücklichen Eindruck machte er dabei nicht.

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