Wirtschaft : PSI Net gibt Rechenzentrum in Berlin auf

Preisverfall zwingt Internetprovider zu Strategiewechsel

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Berlin (msh). Der Internetzugangsanbieter PSI Net wird sein Rechenzentrum am Berliner TheodorHeuss-Platz aufgeben. „Die Kapazitäten des Hauses sind bei der derzeitigen Marktlage nicht auszulasten“, sagte der Chef von PSI Net Deutschland, Aman Khan, dem Tagesspiegel. Khan erhofft sich von der Maßnahme Einsparungen von mindestens zehn Millionen Euro. Diese Summe hätte PSI Net investieren müssen, um das 1999 erworbene Gebäude fertig zu stellen.

Noch vor drei Jahren wollte PSI Net auf dem Höhepunkt der Interneteuphorie in Berlin eines der größten Rechenzentren Europas aufbauen. Von hier aus sollten Firmen mit Dienstleistungen wie Internetzugang, der Speicherung von Webseiten oder E-Business-Lösungen versorgt werden. Doch die Ausgaben von bislang 80 Millionen Euro erwiesen sich als Fehlinvestition. Weltweit bauten Internetprovider riesige Kapazitäten für die Übertragung von Daten per Internet auf. Die Folge war ein Preisverfall, der zahlreichen Konkurrenten aus dem Markt drängte.

Dass PSI Net die Krise der Branche überlebt hat, verdankt das Unternehmen nach Angaben Khans einem Strategiewechsel. Statt nur Internetzugänge zu verkaufen, setzt PSI Net jetzt verstärkt auf Lösungen für den elektronischen Geschäftsverkehr und das Thema IT-Sicherheit. Mit diesen Sparten macht PSI Net inzwischen den Großteil seines Umsatzes – mit steigender Tendenz. Im vergangenen Jahr erzielte PSI Net Europa einen Umsatz von 180 Millionen Euro, davon 20 Prozent in Deutschland. Für 2003 strebt Khan eine leichte Umsatzsteigerung und einen operativen Gewinn an.

Was aus dem ehemaligen „Deutschlandhaus“ am Theodor-Heuss-Platz werden soll, ist noch nicht geklärt. In Frage komme ein Verkauf oder eine andere Nutzung, zum Beispiel als Hotel. Darüber werde in den kommenden Wochen entschieden, sagte Khan. Die Kunden sollen von der Maßnahme nichts merken. Die technischen Anlagen werden in eine Kooperation mit dem Rechenzentrumsbetreiber E-Shelter eingebracht.

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