Wirtschaft : Puma macht kleinere Sprünge

Mageres Umsatzplus beim Sportartikelkonzern

Nürnberg – Die Zeiten des ungebremsten Wachstums beim Sportkonzern Puma sind vorbei. 2007 stagnierten die Einnahmen und für das laufende Jahr sieht es trotz Fußball-Europameisterschaft und Olympischen Spielen in Peking nicht viel besser aus. Puma-Chef Jochen Zeitz versprach am Dienstag in Nürnberg zwar ein Umsatzplus im einstelligen Prozentbereich. Er schränkte jedoch ein, dies gelte nur auf währungsbereinigter Basis. Sollte der Dollar weiter an Wert verlieren, könnten die Erlöse auf dem Niveau des Vorjahres verharren.

Die Marke mit dem Raubtier-Logo hat zwar auch 2007 mehr T-Shirts, Sportschuhe und Fußbälle verkauft als im Jahr davor – der Umsatz kletterte währungsbereinigt um knapp fünf Prozent – der schwache Dollar machte das Wachstum jedoch zunichte. Der Erlös in Euro übertraf den Vorjahreswert mit 2,4 Milliarden Euro nur um 0,2 Prozent. Für das Unternehmen aus dem fränkischen Herzogenaurach ist das mager, denn in zehn der vergangenen 13 Jahre sind die Umsätze um einen zweistelligen Prozentsatz geklettert. Puma ist weltweit der drittgrößte Sportartikelhersteller nach Nike und Adidas.

Dass Puma der Atem ausgeht, hat mehrere Gründe. „2006 hatten wir 34 Prozent Wachstum, das muss man erst einmal verdauen“, begründete Zeitz die Verschnaufpause. Darüber hinaus liefert Puma in Amerika deutlich weniger an die Sportkette Foot Locker als früher. Dadurch sinken die Erlöse. Die Rendite im US-Geschäft steigt aber, weil Puma seine Leibchen jetzt zu höheren Preisen in anderen Läden anbietet. Bislang hat Puma auf dem größten Sportmarkt der Welt deutlich weniger verdient als in Europa.

An der Börse gehörte die Puma-Aktie zu den Tagesgewinnern im M-Dax – trotz der sehr vagen Gewinnprognose für 2008. „Das operative Ergebnis sollte gegenüber dem Vorjahr zulegen“, kündigte Zeitz an. 2007 lag der Betriebsgewinn bei 372 Millionen Euro und damit um 1,1 Prozent höher als 2006.

Gleichzeitig warnte Zeitz jedoch, dass die Marge sinken werde. Grund dafür sind die Millionen, die in Werbung rund um Fußball-EM und Olympia fließen. Finanzvorstand Dieter Bock sagte, die Marketingaufwendungen könnten dieses Jahr um einen Prozentpunkt auf 19 Prozent vom Umsatz steigen.

Dass Puma nicht mehr ganz so rasant wächst wie früher, liegt auch an der Konkurrenz. Marken wie Quiksilver, O’Neill und Billabong sind weltweit sehr stark und seien jetzt auch in Deutschland im Kommen, sagt Klaus Jost von der Sporthändlervereinigung Intersport.

Im Gegensatz zu den modischen Surf-Marken ist Puma aber auch in Traditionssportarten wie Fußball vertreten. Das halten Sporthändler für sehr wichtig: „Führend in dem Geschäft ist ganz klar Adidas“, sagt Andreas Rudolf vom Händlerverbund Sport 2000. „Aber Puma ist dieses Jahr stark, weil das Unternehmen die Heimteams der EM, die Schweiz und Österreich ausstattet.“ jojo (HB)

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