Wirtschaft : Puma wird zur Kult-Marke

Sportartikelhersteller verbucht höchsten Quartalsumsatz der Firmengeschichte / Eigene Boutique in Frankfurt

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München (nad). Der Sportartikelhersteller Puma wächst schnell: Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 48 Prozent auf 292 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal. Nach Angaben des Unternehmens ist das der höchste Quartalsumsatz in der Firmengeschichte. Der Gewinn hat sich auf auf 33,7 Millionen Euro im vergangenen Quartal fast verdoppelt.

Bereits nach den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres hat der Konzern aus dem fränkischen Herzogenaurach seine Gewinnziele für das Gesamtjahr erreicht. Der Vorsteuergewinn lag Ende September bei 105,8 Millionen Euro – 125 Prozent höher als im Vorjahr. Die Börse nahm die Zahlen gelassen auf: Die PumaAktie sank mit dem Markt um 0,22 Prozent auf 68,75 Euro.

Das rasante Wachstum könnte dem Hersteller von Sportschuhen, Kleidung und Taschen zum besten Jahresergebnis in der Firmengeschichte verhelfen. Vorstandschef Jochen Zeitz sagte am Mittwoch, er erwarte für das Gesamtjahr ein Umsatzwachstum von fast 50 Prozent auf 880 bis 890 Millionen Euro. Auch für die Zukunft erhofft sich Puma hohe Steigerungsraten: Wir wollen „zur begehrtesten Sport-Lifestyle- Marke der Welt zu werden“, sagte Zeitz. Am besten aufgestellt ist Puma in Europa, wo das Unternehmen 57 Prozent seines Umsatzes erzielte.

Seinen großen Konkurrenten sprintet der sechstgrößte Sportschuhhersteller der Welt momentan in großen Schritten davon: Nike und Adidas können nur mit Wachstumsraten um die fünf Prozent aufwarten. Der Gesamtmarkt der Sportartikelhersteller legte in diesem Jahr bisher sogar nur um zwei Prozent zu. Seinen Rekordkurs verdankt das Unternehmen Vorstandschef Zeitz, der Puma seit seinem Amtsantritt 1993 Schritt für Schritt zur Lifestyle-Marke umgekrempelt hat. Das Experiment gelang: Galt das Schuhwerk von Puma noch vor ein paar Jahren als etwas angestaubt, genießt es heute Kultcharakter. Mittlerweile tragen Fernsehstars, Fußballer und Popikonen wie Madonna die Sneakers mit dem springenden Puma. Das Hollywood-Model Christie Turlington und die Hamburger Designerin Jil Sander haben sogar eigene Modelle für Puma entwickelt.

Dementsprechend gefragt sind die Schuhe von Puma: In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres wuchs die Sparte um 60 Prozent auf 502,9 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Auch die Accessoires von Puma – darunter die bei Jugendlichen beliebten großen Sporttaschen – kommen gut an: Der Umsatz dieses Bereichs legte in den ersten neun Monaten um 50 Prozent auf 47,8 Millionen Euro zu. In der Sparte Textilien verbesserte sich Puma um 37,6 Prozent auf 180 Millionen Euro. Um den Kult-Charakter der Marke zu betonen, setzt Zeitz mittlerweile auf künstliche Verknappung der Puma-Produkte. Zeitz räumte ein, dass sich Puma mit der Konzentration auf das Lifestyle-Segment abhängiger von Trends und Moden macht. „Die Risiken sind für uns aber nicht größer als für andere Hersteller“, glaubt er.

In Deutschland will Puma nun verstärkt die Werbetrommel rühren: Heute eröffnet das Unternehmen in Frankfurt die erste eigene Sportboutique in Deutschland. Damit erhöht sich die Zahl der Puma-Shops weltweit auf 16.

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