Puppenhersteller : Zapf-Aufsichtsrat wendet sich von Japanern ab

Der Aufsichtsrat des angeschlagenen deutschen Puppenherstellers Zapf Creation hat sich gegen ein Kaufangebot des japanischen Spielwarenherstellers Bandai ausgesprochen und setzt offenbar auf ein besseres Übernahmeangebot.

Nürnberg/Rödental - Die Mehrheit der Aufsichtsratsmitglieder lehnte das Angebot im Gegensatz zum Vorstand und zu Aufsichtsratschef Martin Gruschka ab, wie Zapf mitteilte. Zur Begründung hieß es, das Angebot des Tamagotchi-Herstellers Bandai von 10,50 Euro pro Aktie reflektiere das Potenzial der Aktie nicht angemessen. Die Aktien der Zapf Creation würden seit dem Übernahmeangebot ständig darüber notieren.

Der Aufsichtsrat verwies zudem darauf, dass die amerikanische MGA Entertainment, die kürzlich eine Minderheitsbeteiligung an Zapf gekauft hatte, bereit gewesen sei, für den Erwerb der Beteiligung von 18,05 Prozent einen höheren Preis als die von Bandai offerierten 10,50 Euro zu zahlen. Der Aufsichtsrat empfahl Aktionären daher, ihre Aktien nicht zu dem von Bandai gebotenen Preis zu verkaufen. Bislang hatte Zapf die Offerte unterstützt.

Der Vorstand unterstützt hingegen das Bandai-Angebot und betrachtet die Offerte als angemessen. Er verwies darauf, dass Bandai unter mehreren Interessenten die höchste Preisindikation unterbreitet und bisher als einziger Interessent ein konkretes Übernahmeangebot vorlegt habe. Allerdings gab der Vorstand den Aktionären keine Handlungsempfehlung, die Offerte anzunehmen oder abzulehnen. Die MGA hatte angegeben, durch eine strategische Partnerschaft mit Zapf Creation große Synergieeffekte erzielen zu wollen. Dadurch könne für beide Unternehmen erheblicher Wert und für die Zapf-Aktionäre eine höhere Rendite als durch das Bandai-Angebot geschaffen werden. Wie Aufsichtsrat und Vorstand mitteilten, wurde bereits der Kontakt zu MGA gesucht. Ein Zusammentreffen oder eine Telefonkonferenz habe aber noch nicht stattgefunden. (tso/AFP)

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