Wirtschaft : Putins Dschihad

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In zwei Wochen wird der Erdölförderer Juganskneftegaz, das Juwel der russischen Ölindustrie, versteigert. Der Käufer des JukosKerngeschäfts steht schon fest: der staatlich kontrollierte Gaskonzern Gazprom. Dafür wird der Präsident sorgen. Wladimir Putins Dschihad gegen Jukos und dessen Ex-Chef Michail Chodorkowski würde den zweitgrößten Ölförderer der Welt entstehen lassen.

Putin hat für seine Rache jedes Recht mit Füßen getreten. Und er ist überzeugt, dass Bodenschätze am besten vom Staat gemanagt werden. Damit ignoriert er die Geschichte. Russland kann nur deshalb hohe Preise erzielen, weil der Öl- und Gasmarkt in den 90er Jahren privatisiert wurde. Erfahrene Manager haben mit Investitionen die Branche umgekrempelt. Dagegen liegen Staatsfirmen zurück. Für Gazprom macht die Übernahme ohnehin keinen Sinn. Der Konzern hat 15 Milliarden Dollar Schulden, ist kaum liquide und steht im Kerngeschäft unter Druck. Der Kauf von Juganskneftegaz bedeutete zudem das Risiko eines Prozesses in Europa. Kurz: Die Übernahme brächte Gazprom nichts. Doch Putin ist versessen darauf, Jukos zu bestrafen, weil Chodorkowski seine Gegner unterstützt hat. Und er will einen wertvollen Konzern in seine Gewalt bringen.

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