Wirtschaft : Putzkräfte bekommen mehr Geld Löhne in Ost und West werden angeglichen

Frankfurt am Main - Bei den Tarifverhandlungen für die rund 870 000 Beschäftigten der Gebäudereinigungsbranche haben sich Gewerkschaft und Arbeitgeberverband auf einen verbindlichen Plan zur Angleichung der Gehälter in Ost- und Westdeutschland geeinigt. Spätestens zum 1. Januar 2019 würden die Beschäftigten in beiden Teilen des Landes gleich viel verdienen, teilte die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) am Mittwoch nach 15-stündiger Verhandlung mit dem Bundesinnungsverband Gebäudereiniger-Handwerk in Frankfurt am Main mit.

Während der 22-monatigen Laufzeit des nun konkret vereinbarten Tarifvertrags steigen die Gehälter in der Branche zunächst in zwei Stufen zum 1. Januar 2012 und 1. Januar 2013, wobei die Steigerung im Osten höher ausfällt als im Westen. In der zweiten Stufe würden die Löhne in Ostdeutschland dann bereits 84 Prozent der Westlöhne erreichen, erklärten IG Bau und Innungsverband.

Konkret wird der Mindestlohn in Lohngruppe 1 ab 1. Januar 2013 im Westen 9,00 Euro und im Osten 7,56 Euro pro Stunde betragen, wie der Arbeitgeberverband mitteilte. Nach Angaben der Gewerkschaft bedeutet der Tarifabschluss für die westdeutschen Beschäftigten der Lohngruppen zwei bis vier und sieben bis neun eine auf zwölf Monate gerechnete durchschnittliche Gehaltssteigerung von 2,4 Prozent.

„Uns war an einem wirtschaftlich tragfähigen Abschluss gelegen, der die Ost-West-Angleichung einen guten Schritt voranbringt“, erklärte Thomas Conrady, Verhandlungsführer des Innungsverbands. IG Bau-Bundesvorstandsmitglied Frank Wynands teilte mit, die Vereinbarung sei „der erste große Schritt auf dem Weg zur Überwindung der Lohnmauer“ zwischen Ost- und Westdeutschland. AFP

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