Wirtschaft : Qualifiziert aus der Arbeitslosigkeit

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Anstatt zur Arbeitsagentur in die Beschäftigungsgesellschaft , die manchmal auch Auffang, Transfer- oder Qualifizierungsgesellschaft genannt wird. Das Ziel des Manövers, wie gerade eben bei Infineon: Die Beschäftigten, die auf ihrem alten Arbeitsplatz nicht mehr gebraucht werden, wechseln in die neue Gesellschaft, werden dort qualifiziert und zum Beispiel bei Bewerbungen unterstützt, damit sie so schnell wie möglich woanders einen Arbeitsplatz bekommen. Und also erst überhaupt nicht arbeitslos gemeldet werden. Der Aufenthalt in einer Beschäftigungsgesellschaft ist auf maximal ein Jahr begrenzt. In dieser Zeit bekommen die Teilnehmer von der Arbeitsagentur ein Kurzarbeitergeld gezahlt, das – je nach Familienstand – 60 bis 67 Prozent des letzen Nettolohns beträgt. Der frühere Arbeitgeber – im aktuellen Beispiel Infineon – stockt eventuell das Kurzarbeitergeld auf, zahlt die Sozialversicherungsbeiträge und Qualifizierungsmaßnahmen. Der Vorteil für den Arbeitgeber: Er wird seine Beschäftigten los.

Wie erfolgreich diese Gesellschaften sind, weiß niemand so genau. Weder Arbeitgeber, noch DGB oder die Wissenschaft. Einvernehmen besteht immerhin in der Auffassung, dass Art und Umfang der Qualifizierung entscheidend sind für den Erfolg, also den Wechsel zu einem anderen Arbeitgeber. Nach Einschätzung des DGB liegt diese Eingliederungsquote zwischen 30 und 80 Prozent. Facharbeiter haben dabei bessere Chancen als Ungelernte, und je kleiner die Beschäftigungsgesellschaft, desto größer die Chance auf eine Jobvermittlung. alf

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