Quartalsbilanz : Apple verdient weniger

Umsatz und Gewinn des iPhone-Konzerns liegen über den Erwartungen der Analysten. Aber der Gewinn sinkt das dritte Quartal in Folge. Die Aktie verliert.

Apple verkaufte im vierten Quartal 33,8 Millionen  iPhones - ein neuer Rekord. Foto: AFP
Apple verkaufte im vierten Quartal 33,8 Millionen  iPhones - ein neuer Rekord.Foto: AFP

Trotz eines neuen Verkaufsrekords beim iPhone hat Apple im abgelaufenen Quartal erneut weniger verdient. Wegen der offenbar immer stärker werdenden Konkurrenz durch weitaus günstigere Smartphones  etwa von Samsung sanken Gewinn und Margen, wie der  US-Technologiekonzern am Montagabend mitteilte. Zudem  enttäuschte das wichtige Geschäft in China, das nur um sechs  Prozent wuchs. Insgesamt übertraf der Umsatz mit 37,5  Milliarden Dollar jedoch die Erwartungen der Analysten. Der  Gewinn sank das dritte Quartal in Folge auf 8,26 Dollar je  Aktie. Das war ebenfalls mehr als von Analysten mit 7,94  Dollar je Aktie erwartet. Anleger riss die Bilanz trotzdem  nicht vom Hocker: Nachbörslich sanken Apple-Aktien zeitweise  sogar um bis zu fünf Prozent und pendelten sich später bei  Verlusten von gut einem Prozent ein.

Apple verkaufte mehr iPhones denn je

Apple verkaufte im vierten Quartal 33,8 Millionen  iPhones - ein neuer Rekord. Analysten hatten im Schnitt mit  33 Millionen bis 36 Millionen gerechnet. Für das wichtige,  laufende Weihnachtsquartal rechnet das wertvollste  Technologieunternehmen der Welt mit Umsätzen von 55 bis 58  Milliarden Dollar. Experten rechneten zuletzt im Schnitt mit  55,65 Milliarden Dollar. Apple-Chef Tim Cook sagte in einer  Telefonkonferenz mit Analysten, das bevorstehende  Weihnachtsgeschäft werde "wirklich gut". Zu den Ergebnissen in China sagte er, sie seien ganz solide, räumte aber ein, dass  es noch Luft nach oben gebe. "Wir wollen das natürlich besser  machen", sagte er.

Die Bruttogewinnmarge sank auf 37 Prozent von 40 Prozent  im Vorjahr, wie Apple mitteilte. In den drei Monaten setzte  Apple zudem 14,1 Millionen iPads (Vorjahreszeitraum 14  Millionen) und 4,6 Millionen Mac-Computer (4,9 Millionen) ab.

Samsung dominiert den Markt

Über das Wohl und Wehe des Technologiekonzerns entschied  zuletzt vor allem der iPhone-Absatz. Das Smartphone ist seit  der Markteinführung 2007 der Umsatzgarant für Apple. Im  Blickpunkt sind dabei auch die seit rund einem Monat im  Handel erhältliche Luxus-Version 5S sowie das günstigere  Modell 5C. Ihr Erfolg wird darüber entscheiden, ob der  US-Konzern neben Samsung auch weiterhin diesen Markt  dominieren kann. Allerdings spielten die neuen iPhones für die jüngste Quartalsbilanz noch eine untergeordnete Rolle. Nur wenige Verkaufstage flossen in das Ergebnis bis Ende  September ein.

Anleger und Beobachter fragen sich, mit welchem Gerät Apple nach iPhone und iPad die Branche aufmischen will. Zwar  stellte der Konzern in der vergangenen Woche mehrere  Produkt-Aktualisierungen vor, darunter ein schmaleres,  schnelleres iPad. Trotzdem fehlt eine Zukunftsvision wie  beispielsweise eine computerbasierte Armbanduhr, über die  seit langem spekuliert wird.

Für neuen Druck sorgt auch der aggressive Finanzinvestor  Carl Icahn, der seinen Anteil an Apple stetig ausbaut. Icahn  will den iPhone- und iPad-Hersteller dazu bewegen, deutlich  mehr Geld aus den gigantischen Barmittel-Reserven an die  Aktionäre weiterzureichen. Reuters

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