Quartalsbilanz : BMW überholt die Konkurrenz

Der Autohersteller erzielt mehr Rendite als Margen-Musterschüler Audi. Vorstandschef Norbert Reithofer bekräftigt die Prognose für Gesamtjahr.

Irene Preisinger
Weil der Münchner Konzern so viele Fahrzeuge seiner drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce auslieferte wie nie zuvor, schnellte in der Kernsparte Automobile der Gewinn vor Zinsen und Steuern um 23 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro nach oben.
Weil der Münchner Konzern so viele Fahrzeuge seiner drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce auslieferte wie nie zuvor, schnellte in...Foto: dpa

Mit einem überraschend hohen Gewinnsprung hat der Oberklasse-Autohersteller BMW die Konkurrenz abgehängt. Im zweiten Quartal stieg nicht nur das Ergebnis unerwartet stark, es blieb auch pro verkauftem Auto deutlich mehr Geld hängen als bei Mercedes oder Audi, wie BMW am Dienstag mitteilte. Weil der Münchner Konzern so viele Fahrzeuge seiner drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce auslieferte wie nie zuvor, schnellte in der Kernsparte Automobile der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 23 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro nach oben. Das ist deutlich mehr, als die Rivalen in den vergangenen drei Monaten aufweisen konnten und auch mehr als die 1,8 Milliarden Euro, mit denen Analysten im Schnitt gerechnet hatten.

BMW übertrifft Audi

Auch bei der Rendite übertraf BMW die Erwartungen und die eigenen Zielwerte. In der Autosparte legte die Ebit-Marge auf von 9,6 auf 11,7 Prozent zu. Zum Vergleich: Die Pkw-Sparte von Daimler fuhr im zweiten Quartal 7,9 Prozent ein. Und selbst die VW-Tochter Audi, die im Windschatten der großen Konzernmutter Kosten sparen kann und so meist Rendite-Champion ist, fiel in den vergangenen drei Monaten mit 9,9 Prozent hinter den Münchner Dauerrivalen zurück.

Besserer Modell- und Regionalmix

Die Oberklasse-Autohersteller profitieren davon, dass in den weltgrößten Pkw-Märkten China und USA deutsche Marken anhaltend gefragt sind. Gern legen sich die Kunden dort teure Modelle mit hoher Motorisierung oder kostspieliger Sonderausstattung zu - das ist gut für die Rendite. In der Heimat Europa hingegen dümpeln viele Pkw-Märkte nach den langen Krisenjahren vor sich hin, und die Hersteller machen sich mit Rabattschlachten gegenseitig das Leben schwer.

BMW als größter Premium-Autohersteller der Welt verkaufte im ersten Halbjahr rund um den Globus gut eine Million Autos - mehr als die Konkurrenz. Während der Absatz um sieben Prozent zulegte, fiel das Umsatzplus mit knapp drei Prozent deutlich geringer aus. Hier bremsten Währungseffekte das Wachstum, wie es in der Mitteilung weiter hieß. Für den Rest des Jahres erwartet BMW Ähnliches.

Prognose bekräftigt

Für 2014 bekräftigte Vorstandschef Norbert Reithofer die Prognose, wonach der Konzern mehr als zwei Millionen Autos verkaufen will. Dazu würde allerdings schon ein kleines Plus reichen. Das Konzernergebnis vor Steuern (EBT) soll deutlich steigen. BMW hat hier ein Plus von neun bis zehn Prozent in Aussicht gestellt, das entspräche mehr als 8,6 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal schnellte der Gewinn vor Steuern um 31 Prozent auf 2,66 Milliarden Euro nach oben, im ersten Halbjahr kamen 4,8 Milliarden Euro zusammen. “Wir liegen auf Kurs, unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen“, sagte Reithofer.

Im zweiten Halbjahr blieben jedoch die Ausgaben für neue Technologien, etwa zur Abgasreduzierung, hoch und bremsten das Gewinnwachstum. Zudem gebe es Risiken für die globale Konjunktur. Im Autosegment peilt BMW nach wie vor eine Rendite zwischen acht und zehn Prozent an, je nach gesamtwirtschaftlicher Situation könne dieser Zielkorridor aber über- oder unterschritten werden. Reuters

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