Quartalsbilanz : US-Konjunktur beschert Goldman Sachs Gewinnsprung

Goldman Sachs verdient an der guten Laune der Anleger. Die Stimmung im einflussreichen Geldhaus an der Wall Street könnte kaum besser sein - wenn nicht ein alter Fall die Bank einholen würde.

Der Name Goldman Sachs ist an der Wall Street gut bekannt.
Der Name Goldman Sachs ist an der Wall Street gut bekannt.Foto: dpa

Die US-Investmentbank Goldman Sachs profitiert von der guten Stimmung an den Kapitalmärkten. Im zweiten Quartal konnte das einflussreiche Wall-Street-Haus seinen Gewinn verdoppeln im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, als die Euro-Schuldenkrise den Anlegern aufs Gemüt geschlagen hatte.

„Das Unternehmen hat eine solide Leistung gezeigt“, erklärte Bankchef Lloyd Blankfein am Dienstag am Sitz in New York. Goldman Sachs verdiente unterm Strich 1,9 Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro). Vor allem die Geschäfte rund um Aktien und Anleihen warfen deutlich mehr Geld ab. „Das verbesserte wirtschaftliche Umfeld in den USA hat zu mehr Aktivität auf Kundenseite geführt“, sagte Blankfein.

Mit den Geschäftszahlen übertraf Goldman Sachs die Erwartungen der Analysten. Vorbörslich stieg die Aktie um ein Prozent.

Die Mitarbeiterzahl sinkt

Die Rivalen JPMorgan Chase und Citigroup hatten mit ihren gestiegenen Gewinnen die Richtung vorgegeben. Das war kein Wunder: Zum einen machen sich die Börsianer derzeit weniger Sorgen um Europa. Zum anderen befeuern die Notenbanken mit ihrer lockeren Geldpolitik weiterhin die Märkte. Die US-Aktienindizes Dow Jones und S&P 500 hatten während des Quartals neue Höchststände erreicht.

Die gesamten Einnahmen von Goldman Sachs - die Erträge - stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 30 Prozent auf 8,6 Milliarden Dollar. Parallel fiel die Zahl der Mitarbeiter um 600 auf 31 700. Es ist ein allgemeiner Trend an der Wall Street, dass die Banken beim teuren Personal sparen. Hintergrund ist eine schärfere staatliche Regulierung, die ins Geld geht.

Ein aktueller Prozess erinnert an düstere Tage

Goldman Sachs ist neben Morgan Stanley die einzige große Investmentbank an der Wall Street, die die Finanzkrise 2008 als eigenständiges Institut überlebt hat. Die Bank hat kein klassisches Filialgeschäft mit Spareinlagen und Krediten. Sie verdient Ihr Geld an den Kapitalmärkten, berät Firmen bei Börsengängen, Finanzierungen oder Übernahmen und verwaltet das Vermögen reicher Privatkunden. Zu den langjährigen Geschäftspartnern zählt Starinvestor Warren Buffett.

Goldman Sachs war kurz nach der Finanzkrise unter Beschuss von US-Politikern und der Börsenaufsicht SEC geraten, die dem Haus vorwarfen, Käufer von Hypothekenpapieren hinters Licht geführt und damit die Krise verschlimmert zu haben. 2010 zahlte die Bank im Rahmen eines Vergleichs mit der SEC 550 Millionen Dollar. Der Fall ist wieder aktuell, weil am Montag der Zivilprozess gegen einen jungen Banker namens Fabrice Tourre begonnen hat. Er hatte das strittige Geschäft damals eingefädelt. (dpa)

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